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Verbendungen & Präfixe

Eine falsche Verbendung fällt sofort auf, noch bevor jemand den Rest des Satzes fertig gelesen hat: mach statt macht, komm statt kommst, kein Graubereich, einfach falsch. Genau deshalb lohnt sich dieses Thema besonders. Verbendungen bilden einen der größten Lückentypen im ganzen C-Test, grob ein Fünftel aller Lücken hängt an einer Endung, und anders als bei Vokabellücken müssen Sie hier nicht raten. Wer weiß, wer die Handlung ausführt und in welcher Zeit, leitet die Endung ab, statt sie zu erraten.

Der Schlüssel steckt immer im Subjekt. Das kleine Wort davor, also ich, du, er, wir, ihr oder sie, entscheidet über die Endung. In dieser Übersicht sehen Sie die Formen, die Sie im Präsens brauchen: die sechs Personalendungen, die unregelmäßigen Verben sein, haben und werden, sowie die trennbaren wie untrennbaren Präfixe. Nach jeder Tabelle üben Sie das Gelernte sofort an einer Lücke.

Kurzregel: Das Subjekt bestimmt die Endung: ich -e, du -st, er/sie/es -t, wir/sie -en. Subjekt suchen — es steht oft NACH dem Verb. Präfix ab? Trennbares Verb.

Präsens: die Endung folgt dem Subjekt

Im Präsens hängen Sie an den Verbstamm eine Endung, die zur Person passt. Der Stamm bleibt gleich, nur die Endung wechselt. Für die einzelnen Buchstaben gibt es keinen Grund, und das sagt man besser offen: die Personalendungen sind abgeschliffene Reste alter Pronomen, vor über tausend Jahren ans Verb gewachsen. Herleiten lässt sich da nichts, dafür sind es wenige.

Schreiben Sie die sechs Formen vollständig aus dem Gedächtnis auf, nicht nur die Endungen: In der Prüfung tippen Sie Buchstaben, nicht den Namen einer Endung. Selbstkontrolle: Genau zwei Zeilenpaare müssen wörtlich übereinstimmen. Kommen Sie auf drei Übereinstimmungen oder auf keine, steckt irgendwo ein Fehler.

machen
ich
du
er/sie/es
wir
ihr
sie/Sie

Zum Nachschlagen dieselbe Tabelle vollständig:

PersonEndungmachenkommen
ich-emachekomme
du-stmachstkommst
er/sie/es-tmachtkommt
wir-enmachenkommen
ihr-tmachtkommt
sie/Sie-enmachenkommen

Und jetzt ehrlich dazu, welche dieser sechs Zeilen wirklich Punkte bringen. onSET-Texte berichten über Menschen und Dinge, sie sprechen die Lesenden nicht an, deshalb kommen du und ihr darin kaum vor, und ich nur dort, wo aus der ersten Person erzählt wird. Zur Automatik führen müssen Sie genau eine Weiche: Singular gibt -t, Plural gibt -en. Die Formen für du und ihr genügt es wiederzuerkennen.

Probieren Sie es aus: Ergänzen Sie jeweils die Endung, die zum Subjekt passt.

Ich kom aus Wien, du kom aus Graz, und wir kom beide zu spät.

Sonderfall: Stamm auf -t, -d oder -s

Endet der Verbstamm auf -t oder -d (etwa arbeit-, find-), dann schieben Sie bei du, er/sie/es und ihr ein -e- ein, damit man die Endung überhaupt hören kann. Aus arbeitst würde sonst ein Zungenbrecher:

PersonEndungarbeitenfinden
ich-earbeitefinde
du-estarbeitestfindest
er/sie/es-etarbeitetfindet
wir-enarbeitenfinden
ihr-etarbeitetfindet
sie/Sie-enarbeitenfinden

Bei einem Stamm auf -s, oder -z (etwa reis-, heiß-, tanz-) verschmilzt das -st von du zu einem einfachen -t: du reist, du heißt, du tanzt.

Der Stamm arbeit- endet auf -t. Ergänzen Sie die passenden Endungen für du und er.

Du arbei jeden Tag, und er arbe sogar am Wochenende.

sein, haben, werden im Präsens

Drei Verben tanzen aus der Reihe: sein, haben und werden. Sie kommen ständig vor, deshalb müssen ihre Formen sitzen. Endungsregeln helfen hier nur bedingt, lernen Sie die Tabelle auswendig:

Personseinhabenwerden
ichbinhabewerde
dubisthastwirst
er/sie/esisthatwird
wirsindhabenwerden
ihrseidhabtwerdet
sie/Siesindhabenwerden

haben verliert bei du und er/sie/es das -b- (hast, hat), und werden wechselt den Stammvokal (wirst, wird). sein ist ganz unregelmäßig und hat für fast jede Person eine eigene Form.

Ergänzen Sie die passenden Formen für das Subjekt ich.

Diese drei Verben kommen ständig vor. Füllen Sie die fehlenden Formen aus:

seinhabenwerden
ichbinhabewerde
duhastwirst
er/sie/es
wirsindhabenwerden
ihrseidwerdet
sie/Siesindhabenwerden
Ich Student, ich zwei Kurse pro Woche, und ich bald Ingenieur.

Präteritum und Partizip II: ein kurzer Vorgeschmack

Für die Vergangenheit brauchen Sie zwei weitere Formen: das Präteritum und das Partizip II. Schwache Verben bilden beide regelmäßig (machte, gemacht), starke Verben ändern dagegen den Stammvokal (ging, gegangen) und lassen sich nicht aus einer Endungsregel ableiten. Diese unregelmäßigen Stammformen, samt dem vollständigen Ablautsystem der starken Verben, sind ein eigenes großes Thema. Das vollständige Stammsystem mit allen Übungen finden Sie in Verbformen & Tempus.

Verbformen & Tempus: das vollständige Stammsystem

Trennbare und untrennbare Präfixe

Ein Präfix kann das ganze Verhalten des Verbs verändern. Trennbare Präfixe (betont) wandern im Hauptsatz ans Satzende. Untrennbare Präfixe (unbetont) bleiben immer am Verb kleben. Diese Unterscheidung ist im C-Test wichtig, weil die Lücke oft genau im Präfix sitzt:

PräfixeTypbetont?ge- im Partizip?Beispiel
an-, auf-, aus-, ein-, mit-, vor-, zu-trennbarjajaaufstehen → aufgestanden
be-, emp-, ent-, er-, ge-, ver-, zer-untrennbarneinneinverstehen → verstanden
durch-, über-, um-, unter-mal so, mal sowechselndwechselndumziehen / umgehen

Im Präsens sehen Sie den Unterschied sofort: Ich stehe früh auf (trennbar, Präfix am Ende) gegenüber Ich verstehe die Aufgabe (untrennbar, Präfix am Verb).

Ergänzen Sie das trennbare Präfix am Satzende. Das untrennbare Präfix bleibt sichtbar am Verb, hier fehlt nur der Rest:

Am Morgen stehe ich früh und vers sofort die Aufgabe.

Schnelle Entscheidung

Wenn Sie an einer Verblücke hängen, arbeiten Sie diese Fragen der Reihe nach ab:

  1. Welche Zeit? Signalwörter wie heute, jetzt zeigen Präsens; gestern, damals zeigen Präteritum; ein haben oder sein im Satz kündigt ein Partizip II an.
  2. Welche Person? Suchen Sie das Subjekt (ich, du, er, wir, ihr, sie). Es bestimmt die Endung.
  3. Stamm auf -t, -d, -s? Bei -t oder -d schieben Sie ein -e- ein (arbeitest, arbeitete). Bei -s, , -z wird das du-Ende zu -t.
  4. Präfix im Spiel? Ist es betont, ist es trennbar und rückt im Hauptsatz ans Ende. Ist es unbetont (be-, ver-, ent-), bleibt es am Verb.
  5. Partizip II oder Präteritum? Bei einem starken Verb reicht keine Endungsregel, den Stamm müssen Sie kennen. Die vollständigen Stammformen stehen in Verbformen & Tempus.

Häufige Fehler

du-Endung ohne eingeschobenes -e-: Bei einem Stamm auf -t oder -d heißt es du arbeitest, nicht du arbeitst. Ohne das -e- ist die Form schlicht falsch.

würde-Ersatz für sein und haben: sein und haben haben eigene Formen. Schreiben Sie ich bin und ich habe, nie ich werde sein an einer Präsenslücke.

Präfix am falschen Platz: Bei trennbaren Verben rückt das Präfix im Hauptsatz ans Ende (Ich rufe dich an), nicht direkt ans Verb.

Endgegner-Lücke

Hier gibt es keine Lücke, nur einen Satz, der auf den ersten Blick fehlerfrei wirkt: Erkennen Sie das fehlende -e- vor -st, ohne dass irgendetwas es hervorhebt?

Du arbeitst heute bis achtzehn Uhr. Welches Wort ist hier falsch?

Verbendungen gehören zu den schnellsten Punkten im ganzen Test: kein Wortschatz zum Auswendiglernen, nur eine feste Logik aus Subjekt und Zeit. Wer diese Logik einmal verinnerlicht hat, sieht sie in Sekunden. Trainieren Sie genau das im Üben-Modus dieses Themas, bis die richtige Endung ohne Nachdenken kommt.

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