Pronomen
Pronomen sind kurze Wörter, die auf etwas bereits Genanntes zeigen: ihn, ihr, der, sich. Genau wie die Artikel bilden sie geschlossene Klassen. Es gibt nur eine überschaubare Zahl von Formen, und welche Form an die Lücke gehört, entscheidet nicht der Zufall, sondern der Kasus. Wer die Paradigmen im Kopf hat, verwandelt eine ganze Gruppe von Lücken in sichere Punkte.
Die Kasusformen der Artikel, denen diese Pronomen entsprechen, finden Sie gesammelt in:
Kasus-Referenz: die ArtikeltabellenDer Reiz für den C-Test liegt im Muster. Bei einem Inhaltswort müssen Sie manchmal die Bedeutung erraten; bei einem Pronomen genügt eine grammatische Frage. Welches Bezugswort? Welcher Kasus, festgelegt durch das Verb oder die Präposition? Welche Form passt zum sichtbaren Stumpf? Drei Fragen, eine Antwort. Dieser Artikel geht die vier wichtigsten Pronomengruppen durch, jeweils mit vollständiger Tabelle und einer Lücke zum Ausprobieren: Personal-, Possessiv-, Relativ- und Reflexivpronomen.
Kurzregel: Pronomen richten sich nach Genus/Numerus des Bezugsworts, der Kasus kommt aus dem eigenen Satz. Relativpronomen = bestimmter Artikel (außer denen/deren/dessen).
Personalpronomen: ich, mich, mir
Das Personalpronomen ersetzt eine Person oder Sache und ändert seine Form nach dem Kasus. Nominativ ist das Subjekt, Akkusativ das direkte Objekt, Dativ das indirekte Objekt. Diese Tabelle sollten Sie auswendig können:
| Person | Nominativ | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|---|
| 1. Sg. | ich | mich | mir |
| 2. Sg. | du | dich | dir |
| 3. Sg. mask. | er | ihn | ihm |
| 3. Sg. fem. | sie | sie | ihr |
| 3. Sg. neut. | es | es | ihm |
| 1. Pl. | wir | uns | uns |
| 2. Pl. | ihr | euch | euch |
| 3. Pl. | sie | sie | ihnen |
| Höflich | Sie | Sie | Ihnen |
Drei Formen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie sich leicht verwechseln lassen: ihn (er im Akkusativ), ihm (er oder es im Dativ) und ihr (sie im Dativ). Der Kasus kommt vom Verb. sehen, kennen, fragen nehmen den Akkusativ; helfen, danken, geben, gefallen nehmen den Dativ.
Hier trägt das Verb sehen den Akkusativ. Der Stumpf ih zeigt auf eine Form von er, und der Akkusativ macht daraus genau eine:
sehen verlangt den Akkusativ, das Bezugswort ist der Mann (maskulin), also ihn. Nicht ihm (das wäre Dativ) und nicht ihr (das wäre feminin). Der Stumpf ih plus die Akkusativendung ergibt ihn.
Haben Sie es gespürt? Nicht das Bezugswort, sondern das Verb sehen hat den Akkusativ schon verraten, bevor Sie überhaupt an der Mann dachten. Genau dieses Vorwegnehmen ist Erkennen, nicht Raten.
Jetzt schaltet das Verb auf Dativ um. helfen ist eines der Dativverben, die man sich merken muss:
helfen regiert den Dativ, das Bezugswort ist meine Schwester (feminin), und der Dativ von sie ist ihr. Hätten wir sehen statt helfen, stünde hier sie im Akkusativ.
Ordnen Sie jede Person mit ihrem Kasus der richtigen Form zu:
Possessivpronomen: mein, dein, sein, ihr
Possessivpronomen zeigen Besitz an. Der Stamm richtet sich nach dem Besitzer, die Endung nach dem besessenen Nomen. Das ist der doppelte Trick: sein Vater (er besitzt), aber seinen Vater im Akkusativ (die Endung folgt dem Nomen).
Die Stämme nach Besitzer:
| Besitzer | Stamm |
|---|---|
| ich | mein |
| du | dein |
| er / es | sein |
| sie (Sg.) | ihr |
| wir | unser |
| ihr | euer |
| sie (Pl.) | ihr |
| Sie (höfl.) | Ihr |
Bei euer fällt das mittlere -e- vor der Endung immer weg: eure Idee, nicht euere Idee. Bei unser ist der Wegfall optional, meist bleibt das -e- stehen: unsere Idee (auch unsre ist möglich, aber seltener).
An den Stamm treten dieselben Endungen wie beim unbestimmten Artikel ein. Sie richten sich nach Genus und Kasus des Nomens, das folgt:
| Kasus | maskulin | neutrum | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mein | mein | meine | meine |
| Akkusativ | meinen | mein | meine | meine |
| Dativ | meinem | meinem | meiner | meinen |
| Genitiv | meines | meines | meiner | meiner |
Merken Sie die Falle: Im Nominativ maskulin und im Nominativ/Akkusativ neutrum steht der nackte Stamm ohne Endung (mein Bruder, mein Kind). Sobald der Akkusativ maskulin kommt, erscheint -en (meinen Bruder).
Hier steht der Besitzer in der dritten Person maskulin (er), also sein-, und das Verb besuchen setzt den Akkusativ. Das Nomen Vater ist maskulin:
Besitzer er ergibt den Stamm sein; besuchen verlangt den Akkusativ; Vater ist maskulin, also die Akkusativendung -en: seinen. Zum Vergleich steht daneben seine Mutter (feminin, Endung -e).
Relativpronomen: der, den, dem, dessen
Ein Relativpronomen leitet einen Nebensatz ein und ersetzt darin das Bezugswort. Seine Form folgt zwei Regeln gleichzeitig: Das Genus und der Numerus kommen vom Bezugswort, der Kasus aber vom Verb oder der Präposition im Relativsatz selbst. Das ist der ganze Schlüssel.
| Kasus | maskulin | neutrum | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | das | die | die |
| Akkusativ | den | das | die | die |
| Dativ | dem | dem | der | denen |
| Genitiv | dessen | dessen | deren | deren |
Die Formen gleichen fast dem bestimmten Artikel, mit drei Ausnahmen, die man sich einprägen muss: der Dativ Plural heißt denen (nicht den), und der Genitiv heißt dessen (mask./neut.) beziehungsweise deren (fem./Pl.).
Im ersten Satz ist das Bezugswort der Mann (maskulin), und im Relativsatz ist das Pronomen das Objekt von traf (Akkusativ):
Das Bezugswort der Mann gibt maskulin vor; treffen im Relativsatz verlangt den Akkusativ; maskulin plus Akkusativ ergibt den. Achten Sie darauf: Nicht der Nominativ der, obwohl das Bezugswort im Hauptsatz Subjekt ist. Im Relativsatz zählt allein, was traf fordert.
Jetzt bestimmt eine Präposition den Kasus. mit regiert immer den Dativ, und das ändert die Form des Relativpronomens:
Die Lücke lautet: 'Die Freundin, mit de___ ich verreise, kommt aus Wien.' Welche Endung tippen Sie?
Reflexivpronomen: mich, mir, sich
Ein Reflexivpronomen verweist zurück auf das Subjekt: Das Subjekt tut etwas mit sich selbst. In der ersten und zweiten Person Singular sehen die Formen aus wie das Personalpronomen (mich/mir, dich/dir), aber in der dritten Person und bei der Höflichkeitsform gibt es nur ein Wort: sich.
| Person | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| 1. Sg. | mich | mir |
| 2. Sg. | dich | dir |
| 3. Sg. | sich | sich |
| 1. Pl. | uns | uns |
| 2. Pl. | euch | euch |
| 3. Pl. | sich | sich |
| Sie (höfl.) | sich | sich |
Ob Akkusativ oder Dativ, hängt vom Verb ab. Die meisten echten Reflexivverben stehen im Akkusativ: sich freuen, sich erinnern, sich interessieren, sich beeilen. Nur wenn ein weiteres Akkusativobjekt dazukommt, rutscht das Reflexivpronomen in den Dativ: Ich wasche mich (Akk.), aber Ich wasche mir die Hände (Dativ, weil die Hände das Akkusativobjekt ist).
Hier steht das echte Reflexivverb sich freuen in der ersten Person Singular, also im Akkusativ:
sich freuen ist ein Akkusativ-Reflexivverb, erste Person Singular, also mich. Beim zweiten Verb wasche mir die Haare steht dagegen der Dativ, weil die Haare das direkte Objekt ist. Dieselbe Person, aber zwei verschiedene Formen, je nachdem, ob ein weiteres Objekt im Satz steht.
Viele Reflexivverben binden zusätzlich eine feste Präposition. Diese Paare lohnt es sich als Einheit zu lernen:
Die Schnellentscheidung an der Lücke
Sitzt eine Lücke auf einem Pronomen, führen Sie diese drei Schritte durch. Sie kosten wenige Sekunden und machen aus den meisten Pronomenlücken eine sichere Sache.
- Finden Sie das Bezugswort. Auf wen oder was zeigt das Pronomen zurück? Das gibt Genus und Numerus vor (maskulin, feminin, neutrum, Plural).
- Bestimmen Sie den Kasus. Welches Verb oder welche Präposition steht daneben? helfen und mit verlangen Dativ, sehen und für verlangen Akkusativ. Beim Relativpronomen zählt allein das Verb oder die Präposition im Relativsatz.
- Passen Sie die Form an den Stumpf an. Kombinieren Sie Genus und Kasus zur richtigen Form und prüfen Sie, ob der sichtbare Stumpf passt.
Endgegner-Lücke
Diese Lücke verlangt alle drei Schritte gleichzeitig: Plural-Bezugswort, Dativ durch die Präposition mit und die Ausnahme denen, die vom vertrauten den-Muster abweicht.
Schritt 1: Das Bezugswort die Kinder ist Plural. Schritt 2: mit regiert den Dativ. Schritt 3: Plural im Dativ heißt denen, nicht den. Der Stumpf den plus en ergibt die richtige Form.
Fallen, auf die Sie achten sollten
Kein Kasus ohne Grund. Markiert Ihre Erstsprache den Kasus am Nomen selbst und kennt sie keine Artikel (Russisch, Polnisch, Tschechisch, Ukrainisch, Litauisch, Finnisch), dann versteckt das Deutsche den Kasus an einer ungewohnten Stelle: Er sitzt am Artikel und am Pronomen, nicht am Nomen. Hat Ihre Sprache dagegen Artikel, aber kein Kasussystem (Englisch, Spanisch, Italienisch), stolpern Sie über das Gegenteil: ihn und ihm wirken wie freie Varianten, sind es aber nicht. So oder so gilt: Fragen Sie immer bewusst nach dem Verb oder der Präposition, statt sich auf ein Gefühl zu verlassen. Der Unterschied zwischen ihn und ihm oder zwischen der, den und dem hat immer einen Auslöser im Satz.
Englisch kennt kein Reflexivsystem und keinen Dativ. Das Englische hat nur eine Objektform (him für ihn und ihm) und braucht Reflexivpronomen selten. Verlassen Sie sich nicht auf die englische Intuition. Ich erinnere mich hat kein Vorbild in "I remember", das Reflexivpronomen mich muss trotzdem stehen.
sie, sie und Sie. Drei Bedeutungen teilen sich fast dieselbe Form. Kleingeschrieben ist sie entweder "sie" (Singular, feminin) oder "sie" (Plural); großgeschrieben mitten im Satz ist Sie die Höflichkeitsanrede. Das Verb verrät den Numerus: sie kommt ist Singular, sie kommen ist Plural.
In welchem Satz ist 'Sie' die höfliche Anrede (2. Person)?
Pronomen sind Funktionswörter: Etwa jede dritte C-Test-Lücke in der Prüfung hängt an einem geschlossenen Wortschatzwort wie diesen, nicht an Vokabelwissen. Das macht diese Tabelle zu einer echten Investition.
Zum Merken
Pronomen lösen sich nicht durch Bedeutungsraten, sondern durch drei grammatische Fragen: Bezugswort, Kasus, Stumpf. Prägen Sie sich diese Anker ein:
- Personalpronomen: das Trio ihn (er, Akk.), ihm (er/es, Dat.), ihr (sie, Dat.). Das Verb setzt den Kasus: sehen/kennen Akkusativ, helfen/danken/geben Dativ.
- Possessivpronomen: Stamm nach dem Besitzer (mein, dein, sein, ihr), Endung wie bei ein nach dem folgenden Nomen. Maskulin Akkusativ bekommt -en (seinen Vater).
- Relativpronomen: Genus vom Bezugswort, Kasus vom Relativsatz. Nicht vergessen: Dativ Plural denen, Genitiv dessen/deren.
- Reflexivpronomen: mich/mir, dich/dir, in der dritten Person und bei Sie immer sich. Ein zweites Akkusativobjekt schiebt das Pronomen in den Dativ (ich wasche mir die Hände).
Finden Sie das Bezugswort, lesen Sie den Kasus vom Verb oder von der Präposition ab, passen Sie die Form an den Stumpf an. Drei Schritte, und die Pronomenlücke ist ein sicherer Punkt.