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Multiple Choice (a–c)
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I · Leseverstehen
10 Б.

Multiple Choice (a–c)

I. Leseverstehen — Text 5

Die Schattenseiten der Bildungsdigitalisierung

Seit Jahren wird die Digitalisierung des Bildungswesens als Fortschritt gefeiert. Doch immer mehr Studien zeigen, dass die Sache komplizierter ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Kaum ein Thema wird in der Bildungspolitik so leidenschaftlich diskutiert wie die Digitalisierung der Schulen. Befürworter sehen in Tablets und Laptops das Tor zu einer modernen, individualisierten Bildung. Kritiker hingegen warnen vor einer schleichenden Entfremdung vom eigentlichen Lernprozess. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen.

Abgelenkt statt aufmerksam

Eine umfassende Metastudie der OECD, die Daten aus 42 Ländern analysierte, kam zu einem ernüchternden Ergebnis: In Ländern, die besonders stark in die Digitalisierung ihrer Schulen investiert haben, sind die Leistungen in Mathematik und Lesekompetenz im internationalen Vergleich nicht gestiegen – teilweise sogar gesunken. Der Grund liegt laut den Forschern weniger in der Technologie selbst als vielmehr in deren Einsatz. Werden digitale Geräte ohne klares pädagogisches Konzept eingeführt, dienen sie häufig mehr der Unterhaltung als dem Lernen.

Das Phänomen der digitalen Kluft

Die Digitalisierung droht zudem, bestehende soziale Ungleichheiten zu verschärfen. Kinder aus bildungsnahen Familien profitieren stärker von digitalen Angeboten, weil ihre Eltern den Medienkonsum besser begleiten und steuern können. In sozial benachteiligten Haushalten hingegen fehlt oft nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch die elterliche Anleitung. Die sogenannte „digitale Kluft" betrifft also weniger den Zugang zur Technologie als vielmehr die Kompetenz, sie sinnvoll zu nutzen.

Handschrift versus Tastatur

Besonders kontrovers wird die Frage diskutiert, ob das Schreiben von Hand durch das Tippen auf Tastaturen ersetzt werden soll. Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass das handschriftliche Schreiben komplexere Hirnregionen aktiviert als das Tippen. Wer von Hand schreibt, verarbeitet Informationen tiefer und kann sich Gelerntes besser merken. Norwegische Forscher fanden heraus, dass Grundschulkinder, die hauptsächlich auf Tastaturen schrieben, bei Rechtschreibtests schlechter abschnitten als ihre Altersgenossen, die von Hand schrieben.

Lehrkräfte im Spannungsfeld

Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, digitale Werkzeuge pädagogisch sinnvoll einzubinden, ohne dabei bewährte Methoden aufzugeben. Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten von einem Spagat zwischen dem politischen Druck, möglichst digital zu arbeiten, und ihrer pädagogischen Überzeugung, dass bestimmte Lerninhalte besser analog vermittelt werden.

Ein differenzierter Blick

Was die Debatte braucht, ist weder blinde Technikbegeisterung noch reflexhafte Ablehnung. Vielmehr sollte die Frage im Vordergrund stehen, wie digitale Werkzeuge den Unterricht dort verbessern können, wo sie tatsächlich einen Mehrwert bieten. Für Routineübungen und individualisiertes Feedback etwa können digitale Programme äußerst effektiv sein. Für vertieftes Lernen, kreatives Arbeiten und soziale Interaktion bleiben analoge Formate hingegen unverzichtbar.


Aufgabe: Multiple-Choice (a, b oder c)

Lesen Sie den folgenden Text und entscheiden Sie, welche der drei Aussagen (a, b oder c) richtig ist. Ein Beispiel (0) ist vorgegeben.

0.) [Beispiel] Die Digitalisierung der Schulen wird a) ausschließlich als Rückschritt bewertet. b) kontrovers beurteilt. c) von allen Seiten positiv gesehen.

1. Die OECD-Studie zeigt, a) dass Investitionen in Technologie immer die Leistungen steigern. b) dass starke Digitalisierung nicht automatisch zu besseren Schulleistungen führt. c) dass nur 42 Länder digitale Geräte in Schulen einsetzen.

2. Digitale Geräte werden in Schulen problematisch, wenn a) sie ohne pädagogisches Konzept eingesetzt werden. b) die Schüler zu wenig technisches Wissen mitbringen. c) sie ausschließlich für Mathematik verwendet werden.

3. Die „digitale Kluft" bezieht sich auf a) den fehlenden Internetzugang in ländlichen Gebieten. b) die unterschiedliche Qualität der Schulcomputer. c) die ungleiche Fähigkeit, Technologie sinnvoll zu nutzen.

4. Kinder aus sozial benachteiligten Familien a) haben grundsätzlich keinen Zugang zu digitalen Geräten. b) erhalten häufig weniger Unterstützung beim Umgang mit Medien. c) profitieren stärker von digitalen Lernangeboten.

5. Das handschriftliche Schreiben a) aktiviert mehr Hirnregionen als das Tippen auf einer Tastatur. b) hat keinen messbaren Einfluss auf das Lernen. c) wird von allen Schulen in Europa noch praktiziert.

6. Grundschulkinder, die hauptsächlich auf Tastaturen schrieben, a) erzielten bessere Ergebnisse in allen Tests. b) waren kreativer als Kinder, die von Hand schrieben. c) schnitten bei Rechtschreibtests schlechter ab.

7. Viele Lehrkräfte erleben a) einen Konflikt zwischen politischem Druck und pädagogischer Überzeugung. b) eine ausschließlich positive Einstellung zur Digitalisierung. c) keinerlei Probleme bei der Einbindung digitaler Werkzeuge.

8. Für individualisiertes Feedback eignen sich a) ausschließlich analoge Methoden. b) digitale Programme besonders gut. c) weder digitale noch analoge Formate.

9. Für vertieftes Lernen und kreatives Arbeiten a) sind digitale Formate am besten geeignet. b) spielt das Format keine Rolle. c) bleiben analoge Methoden unverzichtbar.

10. Der Autor plädiert für a) einen differenzierten Umgang mit digitalen Werkzeugen im Unterricht. b) die vollständige Abschaffung digitaler Medien in Schulen. c) eine schnellere Einführung digitaler Technologien an allen Schulen.

10 Punkte

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