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Präpositionen & Rektion

Präpositionen sehen unscheinbar aus, aber im onSET sind sie eines der dankbarsten Themen überhaupt: Ihre besten Freunde, keine Gegner. Jede von ihnen zieht einen festen Kasus nach sich, und dieser Kasus verrät Ihnen die fehlende Endung. Wenn im Text mit d__ steht, muss dahinter fast zwangsläufig mit dem oder mit der stehen, denn mit verlangt immer den Dativ. Sie raten also nicht, Sie rechnen.

Diese Seite hier ist die vollständige Referenz: alle Präpositionen mit Bedeutung, Beispiel und den festen Verb-Präposition-Paaren. Für den 10-Sekunden-Blitzentscheid, welcher Kasus zu welcher Präposition gehört, ohne die vollen Listen, üben Sie gezielt in:

Kasus-Trigger: Präpositionen (Blitzentscheid)

Im C-Test wird bei jedem zweiten Wort die zweite Hälfte gelöscht. Sehr oft trifft es genau eine Präposition oder den Artikel dahinter. Dieses Kapitel gibt Ihnen die vollständigen Referenztabellen an die Hand, damit Sie diese Lücken im Schlaf füllen. Wir gehen Gruppe für Gruppe durch: erst die Präpositionen mit festem Kasus, dann die Wechselpräpositionen, dann feste Verb-Präposition-Paare, und zum Schluss ein schneller Entscheidungsweg.

Kurzregel: Präposition → Kasus steht fest: durch/für/gegen/ohne/um → Akkusativ; aus/bei/mit/nach/seit/von/zu → Dativ. Wechselpräposition: wohin? Akkusativ, wo? Dativ. Verb mit fester Präposition schlägt alles.

Präpositionen mit festem Kasus

Ein Teil der Präpositionen verlangt immer denselben Kasus, ganz gleich, was im Satz passiert. Wenn Sie diese Listen auswendig können, ist die halbe Miete verdient: Sie sehen die Präposition, Sie kennen den Kasus, Sie setzen die passende Artikel-Endung ein.

Akkusativ-Präpositionen. Eine Eselsbrücke für den Akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um (oder klassisch „für, durch, gegen, ohne, um, bis, entlang").

PräpositionBedeutungBeispiel
fürZweck, EmpfängerDas Geschenk ist für dich.
durchBewegung hindurchEr geht durch den Park.
gegenRichtung, WiderstandWir spielen gegen die Zeit.
ohneFehlenOhne den Pass geht nichts.
umherum, UhrzeitWir treffen uns um acht.

Dativ-Präpositionen. Der Klassiker zum Auswendiglernen: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu (dazu noch gegenüber). Viele lernen sie als kleinen Reim: „aus, bei, mit, nach, seit, von, zu".

PräpositionBedeutungBeispiel
ausHerkunftSie kommt aus der Türkei.
beiNähe, „bei jemandem"Ich wohne bei meinen Eltern.
mitBegleitung, MittelIch fahre mit dem Bus.
nachZiel, zeitlichNach dem Kurs gehen wir essen.
seitZeitpunkt in VergangenheitSeit einem Jahr lerne ich.
vonAusgangspunkt, UrheberDer Brief ist von meiner Oma.
zuRichtung zu Personen/OrtenIch gehe zum Arzt.

Genitiv-Präpositionen. Diese sind seltener, aber im schriftlichen Deutsch Pflicht: wegen, während, trotz, aufgrund (dazu innerhalb, außerhalb).

Genitiv-Präpositionen sind eine kleinere, eher C1-lastige Gruppe. Wer wenig Zeit hat, darf sie kurz überfliegen und sich zuerst auf Akkusativ und Dativ oben konzentrieren.

Nennen wir sie die Papierkram-Präpositionen: wegen, während, trotz und aufgrund tauchen vor allem in Verträgen, Formularen und amtlichen Schreiben auf, genau so, wie Behörden schreiben. Das erklärt, warum sie eher C1 und Schriftsprache sind als gesprochenes Alltagsdeutsch.

PräpositionBedeutungBeispiel
wegenGrundWegen des Regens bleiben wir.
währendZeitraumWährend des Films schlief er.
trotzGegensatzTrotz der Kälte gingen wir raus.
aufgrundUrsache, formellAufgrund der Lage fiel es aus.

Sehen wir uns das gleich an einer Lücke an. Achten Sie auf den Artikel: Er verrät den Kasus, und der Kasus verrät die Präposition. den Park ist Akkusativ, also brauchen wir eine Akkusativ-Präposition; der Türkei ist Dativ, also eine Dativ-Präposition.

Er geht ··· den Park. Sie kommt ··· der Türkei.

Das erste Wort ist durch (durch + Akkusativ, den Park), das zweite aus (aus + Dativ, der Türkei). Genau so funktioniert die Detektivarbeit: vom sichtbaren Artikel rückwärts zur Präposition. Gespürt, wie der Artikel Ihnen den Kasus zuflüsterte und der Kasus die Präposition praktisch von selbst auswählte?

Und umgekehrt: Steht die Präposition schon da und die Artikel-Endung fehlt, setzen Sie den Genitiv, wenn es eine Genitiv-Präposition ist.

··· des Regens bleiben wir zu Hause. ··· der Kälte gingen wir spazieren.

des Regens und der Kälte sind Genitiv, also passen nur wegen und trotz. mit und bei verlangen den Dativ und würden dem Regen, der Kälte fordern.

Welchen Kasus verlangt die Präposition 'wegen'?

Wechselpräpositionen: Wohin oder Wo?

Neun Präpositionen sind flexibel: Sie stehen mal mit Akkusativ, mal mit Dativ. Das klingt kompliziert, folgt aber einer einzigen Frage. Wohin? (Bewegung, Ziel) verlangt Akkusativ. Wo? (Ort, Ruhe) verlangt Dativ. Mehr müssen Sie sich nicht merken.

Ein Bild für alle neun auf einmal: in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen sind die Raum-Präpositionen, sie verorten Sie immer irgendwo im Verhältnis zu etwas. Stellen Sie sich vor, wie Sie sich selbst mit jedem Wort in einen Raum hineinbewegen, dann bleibt nur eine Frage: bin ich auf dem Weg dorthin (wohin, Akkusativ) oder stehe ich schon da (wo, Dativ)?

PräpositionWohin? → AkkusativWo? → Dativ
inin die Küchein der Küche
anan die Wandan der Wand
aufauf den Tischauf dem Tisch
überüber das Dachüber dem Dach
unterunter den Baumunter dem Baum
vorvor die Türvor der Tür
hinterhinter das Haushinter dem Haus
nebenneben den Stuhlneben dem Stuhl
zwischenzwischen die Zeilenzwischen den Zeilen

Als ganzer Satz: Ich gehe in die Küche. (Bewegung, Wohin?). Ich bin in der Küche. (Zustand, Wo?).

Ein kleiner Trick mit Verbpaaren: stellen, legen, hängen, setzen (mit Akkusativobjekt) drücken Bewegung aus, also Akkusativ. stehen, liegen, hängen, sitzen drücken Ruhe aus, also Dativ.

Probieren wir es aus. Beim ersten Satz handeln wir aktiv (Wohin?), beim zweiten beschreiben wir den Zustand (Wo?):

Ich hänge das Bild an ··· Wand. Das Bild hängt an ··· Wand.

Ich lege das Buch ... Wählen Sie die richtige Form.

Verben mit fester Präposition

Manche Verben verlangen eine bestimmte Präposition, und diese Präposition bringt ihren eigenen Kasus mit. Die Tücke: Aus der Bedeutung allein lässt sich die Kombination nicht ableiten. Man wartet auf etwas (Akkusativ), aber man nimmt an etwas teil (Dativ). Diese Paare lernt man am besten als festen Block, Präposition plus Kasus zusammen.

Verb + PräpositionKasusBeispiel
warten aufAkkusativIch warte auf den Bus.
denken anAkkusativIch denke an die Zukunft.
sich interessieren fürAkkusativEr interessiert sich für die Kunst.
sich freuen aufAkkusativWir freuen uns auf die Ferien.
sich freuen überAkkusativSie freut sich über das Geschenk.
sich erinnern anAkkusativIch erinnere mich an den Tag.
teilnehmen anDativIch nehme am Kurs teil.
sich beschäftigen mitDativSie beschäftigt sich mit dem Thema.
Angst haben vorDativEr hat Angst vor der Prüfung.
abhängen vonDativEs hängt von der Situation ab.
bestehen ausDativDie Prüfung besteht aus drei Teilen.
verzichten aufAkkusativIch verzichte auf den Kaffee.
achten aufAkkusativAchten Sie auf die Uhrzeit.
gehören zuDativDas gehört zu den Grundlagen.
führen zuDativDas führt zu Problemen.
beitragen zuDativEr trägt zum Erfolg bei.
hinweisen aufAkkusativIch weise auf das Problem hin.
sich einsetzen fürAkkusativSie setzt sich für die Umwelt ein.
rechnen mitDativWir rechnen mit einem Erfolg.
sich wenden anAkkusativWenden Sie sich an den Chef.

Hier eine Lücke, in der das Verb Ihnen die Präposition und den Kasus diktiert. sich freuen auf ist Akkusativ, teilnehmen an ist Dativ (und an dem zieht sich zu am zusammen):

Wir freuen uns ··· ··· Ferien. Ich nehme ··· Kurs teil.

Und noch eine, bei der beide Verben zufällig den Akkusativ verlangen, obwohl die Präpositionen verschieden sind:

Ich interessiere mich ··· ··· Musik. Sie denkt ··· ··· Zukunft.

Ordnen Sie jedem Verb seine feste Präposition mit Kasus zu:

Die Artikel-Endung als Lücke

Oft ist nicht die Präposition die Lücke, sondern der Artikel dahinter: mit d__, für d__, wegen d__. Sobald Sie den Kasus kennen (aus der Präposition oder dem Verb), brauchen Sie nur noch die maskuline Endung, denn dort ändert sich der Artikel am stärksten. Prüfen Sie sich selbst, bevor Sie weiterlesen:

Maskulin
Nominativder
Akkusativ
Dativ
Genitiv

Die vollständige Tabelle mit feminin, neutrum und Plural ist in Kasus-Referenz: die Artikeltabellen, Ihrem Nachschlagewerk für alle vier Fälle:

Kasus-Referenz: die Artikeltabellen (vollständige Referenz)

Zwei Feinheiten: Im Dativ Plural bekommt das Nomen ein zusätzliches -n (mit den Kinder**n**). Im Genitiv maskulin und neutrum bekommt das Nomen ein -s oder -es (wegen des Mann**es**, während des Film**s**).

Häufig verschmelzen Präposition und Artikel zu einer Kurzform. Diese Verschmelzungen tauchen im C-Test ständig auf, also erkennen Sie sie am besten sofort:

LangformKurzformLangformKurzform
an demamin demim
an dasansin dasins
zu demzumzu derzur
bei dembeimvon demvom

Diese Verschmelzungen erkennen Sie am schnellsten im ganzen Satz. Ergänzen Sie die passende Kurzform aus dem Wortspeicher:

Wir treffen uns ··· Bahnhof. Danach gehe ich ··· Büro zurück. Am Nachmittag fahre ich ··· Arzt und dann ··· Schule, um meine Tochter abzuholen.

Schnelle Entscheidung

Wenn eine Präposition oder ihr Artikel als Lücke auftaucht, arbeiten Sie diesen kurzen Weg ab. Nach etwas Übung dauert das keine zwei Sekunden mehr:

  1. Was fehlt: die Präposition oder der Artikel? Steht ein Artikel bereits da, nutzen Sie seinen Kasus als Hinweis auf die Präposition. Steht die Präposition da, nutzen Sie sie für die Artikel-Endung.
  2. Feste Kasus-Präposition? Prüfen Sie die drei Listen. für/durch/gegen/ohne/um verlangen Akkusativ; aus/bei/mit/nach/seit/von/zu verlangen Dativ; wegen/während/trotz/aufgrund verlangen Genitiv.
  3. Wechselpräposition? (in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen) Fragen Sie: Wohin? → Akkusativ. Wo? → Dativ.
  4. Verb mit fester Präposition? Dann bestimmt das Verb die Kombination: warten auf (Akk), teilnehmen an (Dat).
  5. Artikel-Endung einsetzen. Kasus plus Genus in die Deklinationstabelle, Endung ablesen, fertig. Prüfen Sie zum Schluss, ob eine Kurzform (am, im, zum) natürlicher klingt.

Häufige Fehler

  • Ich gehe in der Schule. → ✓ Ich gehe in die Schule. Warum: „Gehen" ist Bewegung (Wohin?), also Akkusativ. „In der Schule" hieße, dass Sie schon dort sind.

  • wegen dem Regen → ✓ wegen des Regens Warum: „Wegen" verlangt den Genitiv. Im schriftlichen onSET-Deutsch ist der Dativ hier ein klarer Fehler.

  • Ich warte für den Bus. → ✓ Ich warte auf den Bus. Warum: Feste Verb-Präposition-Verbindung. „Warten" verbindet sich mit „auf", nicht mit „für", auch wenn andere Sprachen es anders lösen.

  • mit den Kinder → ✓ mit den Kindern Warum: Im Dativ Plural bekommt das Nomen ein zusätzliches -n.

Ob Sie vom Artikel zur Präposition denken oder von der Präposition zum Artikel: Die Rektion ist in beide Richtungen Ihr Kompass. Steht der eine Teil schon da, verrät er Ihnen den anderen, das ist der ganze Trick dieser Seite.

Er hat wegen den Prüfungen viel Stress. Welches Wort ist hier falsch?

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