Skip to content
EPD Übungsprüfung Neues Format 1 (VWUPass)Aufgabe 2 — Multiple-Choice (a, b oder c)
2 / 7
A · Leseverstehen
10 Pkt

Aufgabe 2 — Multiple-Choice (a, b oder c)

A. Leseverstehen — Aufgabe 2

Homeoffice — Fluch oder Segen?

Seit der Pandemie arbeiten Millionen Menschen von zu Hause. Was als Notlösung begann, hat die Arbeitswelt daürhaft verändert — mit Vorteilen und Schattenseiten.

Noch vor wenigen Jahren galt das Arbeiten von zu Hause aus in vielen Unternehmen als Ausnahme. Nur wenige Branchen, etwa die IT oder kreative Berufe, boten ihren Beschäftigten diese Möglichkeit an. Die Corona-Pandemie hat das grundlegend verändert: Innerhalb weniger Wochen mussten Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlegen. Laut einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts in Wien arbeiteten auf dem Höhepunkt der Pandemie rund 42 Prozent aller Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice. Was anfangs als vorübergehende Notlösung betrachtet wurde, hat sich zu einem festen Bestandteil der modernen Arbeitswelt entwickelt.

Produktivität im Wohnzimmer

Die Befürworter des Homeoffice verweisen auf eine Reihe von Studien, die eine höhere Produktivität im Homeoffice belegen. Eine Untersuchung der Universität München aus dem Jahr 2023 ergab, dass Beschäftigte zu Hause im Durchschnitt 13 Prozent mehr Aufgaben erledigten als im Büro. Die Gründe dafür sind vielfältig: Weniger Ablenkung durch Kolleginnen und Kollegen, der Wegfall langer Pendelzeiten und die Möglichkeit, den Arbeitstag flexibel zu gestalten. Viele Beschäftigte berichten zudem, dass sie im Homeoffice konzentrierter arbeiten können, weil sie ihre Umgebung selbst bestimmen.

Die Kehrseite der Medaille

Allerdings zeigt sich auch eine problematische Entwicklung: Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen zunehmend. Wer seinen Schreibtisch im Schlafzimmer stehen hat, fällt es schwer, am Abend wirklich abzuschalten. Eine Befragung des Gesundheitsministeriums stellte fest, dass 38 Prozent der Homeoffice-Beschäftigten regelmässig länger arbeiten als vertraglich vereinbart — oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Arbeitspsychologin Dr. Sabine Engel warnt: "Viele Menschen merken erst nach Monaten, dass sie in einen Zustand permanenter Erreichbarkeit geraten sind. Das führt langfristig zu Erschöpfung und Burnout."

Soziale Isolation als unterschätztes Risiko

Ein weiterer Aspekt, der in der öffentlichen Debatte häufig zu kurz kommt, ist die soziale Isolation. Der informelle Austausch an der Kaffeemaschine, das gemeinsame Mittagessen oder spontane Gespräche auf dem Flur — all das entfällt im Homeoffice. Gerade für jüngere Mitarbeitende, die am Anfang ihrer Karriere stehen, kann das schwerwiegende Folgen haben: Sie verpassen wichtige Gelegenheiten zum Netzwerken und erhalten weniger informelles Feedback von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Eine Langzeitstudie der ETH Zürich belegt, dass isoliert arbeitende Beschäftigte ein deutlich höheres Risiko für depressive Verstimmungen aufweisen.

Das hybride Modell als Kompromiss

Viele Unternehmen setzen inzwischen auf sogenannte hybride Arbeitsmodelle, bei denen die Beschäftigten zwei bis drei Tage pro Woche im Büro und die restliche Zeit zu Hause arbeiten. Dieses Modell soll die Vorteile beider Welten vereinen: die Konzentration und Flexibilität des Homeoffice mit dem sozialen Miteinander und der Teamdynamik des Büroalltags. Personalberaterin Christine Hofer betont jedoch, dass hybride Modelle nur dann funktionieren, wenn klare Regeln aufgestellt werden — etwa verbindliche Teamtage, an denen alle Mitarbeitenden gleichzeitig im Büro anwesend sind.

Zukunft der Arbeit

Expertinnen und Experten sind sich weitgehend einig, dass eine vollständige Rückkehr zur reinen Büropräsenz unwahrscheinlich ist. Gleichzeitig warnen sie davor, das Homeoffice als Allheilmittel zu betrachten. Entscheidend sei vielmehr, dass Unternehmen und Beschäftigte gemeinsam individülle Lösungen finden, die sowohl die betrieblichen Anforderungen als auch das persönliche Wohlbefinden berücksichtigen. Die Arbeitswelt der Zukunft, so der Tenor, wird weder ausschliesslich im Büro noch vollständig zu Hause stattfinden — sondern irgendwo dazwischen.

Wiener Zeitung (gekürzt)

(0) Beispiel: Wie viele Prozent aller Beschäftigten arbeiteten laut dem Text auf dem Höhepunkt der Pandemie im Homeoffice?

  • a) Rund 13 Prozent aller Beschäftigten.
  • b) Rund 42 Prozent aller Beschäftigten. ✓
  • c) Rund 38 Prozent aller Beschäftigten.

1. Was geschah laut dem Text mit dem Homeoffice nach der Corona-Pandemie?

  • a) Es wurde von den meisten Unternehmen nach der Pandemie wieder abgeschafft.
  • b) Es galt schon vor der Pandemie als Standard in der IT-Branche.
  • c) Was zunächst als Notlösung galt, wurde zu einem dauerhaften Bestandteil der Arbeitswelt.

2. Laut der Untersuchung der Universität München arbeiteten Beschäftigte im Homeoffice ...

  • a) im Durchschnitt 13 Prozent produktiver als im Büro.
  • b) im Durchschnitt 13 Stunden mehr pro Woche als im Büro.
  • c) im Durchschnitt 13 Prozent weniger effizient als im Büro.

3. Wie viele Homeoffice-Beschäftigte arbeiten laut der Befragung des Gesundheitsministeriums regelmäßig länger als vertraglich vereinbart?

  • a) 42 Prozent
  • b) 13 Prozent
  • c) 38 Prozent

4. Dr. Sabine Engel warnt davor, dass viele Homeoffice-Beschäftigte ...

  • a) erst nach Monaten bemerken, dass sie ständig erreichbar sind, was zu Erschöpfung führt.
  • b) durch fehlende Kollegen weniger produktiv werden und sich isoliert fühlen.
  • c) wegen langer Pendelzeiten nicht abschalten können und unter Stress leiden.

5. Welche Konsequenzen hat das Homeoffice laut dem Text besonders für jüngere Mitarbeitende?

  • a) Sie profitieren am meisten, weil sie digitale Technologien besser beherrschen.
  • b) Sie verpassen Netzwerkmöglichkeiten und erhalten weniger informelles Feedback.
  • c) Sie leiden stärker als ältere Kolleginnen unter der erhöhten Arbeitsbelastung.

6. Was belegt die Langzeitstudie der ETH Zürich über isoliert arbeitende Beschäftigte?

  • a) Sie sind durchschnittlich gesünder, weil sie weniger Stress durch Kollegen haben.
  • b) Sie haben ein deutlich höheres Risiko für depressive Verstimmungen.
  • c) Sie sind zufriedener mit ihrer Arbeit, weil sie unabhängiger arbeiten können.

7. Hybride Arbeitsmodelle funktionieren laut Personalberaterin Christine Hofer nur dann, wenn ...

  • a) alle Mitarbeitenden mindestens drei Tage pro Woche im Büro sind.
  • b) klare Regeln aufgestellt werden, etwa verbindliche gemeinsame Teamtage.
  • c) die Unternehmen den Beschäftigten die freie Wahl der Arbeitstage überlassen.

8. Wie beurteilen Expertinnen und Experten laut dem letzten Abschnitt die Zukunft der Büroarbeit?

  • a) Eine vollständige Rückkehr zur reinen Büropräsenz gilt als unwahrscheinlich.
  • b) Die meisten gehen davon aus, dass das Homeoffice bald wieder die Ausnahme sein wird.
  • c) Sie empfehlen, das Homeoffice vollständig abzuschaffen und zu hybriden Modellen zu wechseln.

Interaktiv üben mit KI

Für EPD-Abonnenten verfügbar

Abonnement