Skip to content
Aufgabe 1 — Paralleltext (Lückentext)
6 / 8
C · Leseverstehen
7 Pkt

Aufgabe 1 — Paralleltext (Lückentext)

C. Leseverstehen — Text 2

FRAUEN IN DER ARBEITSWELT

Niemand kann behaupten, Österreich hätte in den letzten Jahren nichts für Österreichs Frauen getan. Mittlerweile gibt es Leitfäden für eine gendergerechte Sprache, Frauenparkplätze in den Garagen und Frauenlehrstühle an den Universitäten. Ein aktueller Report der EU-Kommission belegt aber: Im Gegensatz zum europäischen Trend geht die Einkommensschere in Österreich immer weiter auseinander. Frauen verdienen für die gleiche Arbeit 20 % weniger als Männer, gleichzeitig sinkt ihr Anteil an Spitzenpositionen. Nur 6 % der Führungspositionen in der österreichischen Wirtschaft sind heute mit Frauen besetzt. Selbst weibliche Führungskräfte verdienen um 27 % weniger als ihre Kollegen. Dies alles besagt eine durchgeführte Studie. Eine These allerdings argumentiert, dass Arbeit einen sehr unterschiedlichen Stellenwert hat, je nachdem, wer sie leistet. Die Rolle, die man Frauen bei der Arbeit zuschreibt, ist es andere als die der Männer. Lohnarbeit gehört zur männlichen Existenz in unserer Gesellschaft dazu, da sie die männliche Identität unterstützt. Bei Frauen hingegen geht man davon aus, dass sie sich selbst ernähren oder „dazuverdienen" müssen. Bei klassischen Frauenberufen stößt man oft auf ein entscheidendes, gemeinsames Merkmal: Die Tatsache, dass Frauen ähnliche Tätigkeiten auch in der Familie erledigen. Man entdeckt tatsächlich in vielen Berufen, die von Frauen ausgeübt werden, eine Art „Beziehungs-" und Hausarbeit. Frauenarbeit ist oft Arbeit, die auf andere Person bezogen ist, die die „richtige Arbeit" macht. Daher benennt das Tätigkeitsprofil Fähigkeiten, mit denen man auch gern privat das weibliche Wesen beschreibt: Das Bedürfnis sich um andere zu kümmern, dafür zu sorgen, dass alles funktioniert, andere Menschen bei Laune zu halten. Man meint, dass viele Frauen das intuitiv machen, ohne sich dabei anzustrengen. Auf dem Arbeitsmarkt hat dieses Denken weitreichende Folgen. Denn wieso sollte man Frauen für Leistungen, die sie so ähnlich jeden Tag gratis zu Hause erledigen, plötzlich viel Geld bezahlen? Für Männer hat diese Überhöhung einen riesigen Vorteil, denn für sie bleibt ein größerer Teil der Lohnsumme übrig. Während der durchschnittliche Mann damit rechnen kann, dass sich mehr Geld und Macht auf seine Attraktivität auswirken können, ist das noch lange nicht so für eine Frau. Im Gegenteil, sie muss damit rechnen, dass ihr die Männer ausweichen werden. Mit höherer Wahrscheinlichkeit muss sie auch darauf verzichten Kinder zu bekommen, wenn sie die Karriereleiter hinaufsteigen möchte. Ein Resultat einer Studie erklärt somit: Je höher Frauen in der Hierarchie angelangt sind, desto schneller verlässt sie die Lust weiter aufzusteigen. Die These, dass Frauen von Natur aus fürs Kümmern und Sorgen ausgestattet sind, wird normalerweise mit Zuneigung belohnt. Was Mama macht, ist keine Arbeit, Mama liebt und das ist unbezahlbar.


Aufgabe 1: Paralleltext ergänzen

Lesen Sie den folgenden Text und ergänzen Sie die Lücken mit nur einem passenden Wort aus dem Originaltext. Ein Beispiel (0) ist angeführt.

In den Jahren wurde viel unternommen, um die Frauen in Österreich zu unterstützen. Neben Veränderungen im Sprachlichen gibt es auch (1) und Frauenlehrstühle.

Trotzdem ist Österreich im Hintertreffen, was das Einkommen der Frauen betrifft. Das geht aus einer Studie hervor, die besagt, dass der (2) von Frauen in führenden Positionen weniger wird. In unserer Gesellschaft identifiziert sich der Mann auch über die (3), bei Frauen hingegen, die berufstätig sind, denkt man an andere Kriterien.

Angeblich haben Frauen das (0) Bedürfnis für ihre Mitmenschen zu sorgen und sich um ein funktionierendes Familienleben zu kümmern. Bei der Jobbeschreibung trifft man dann regelmäßig auf Eigenschaften, welche Frauen angeblich auch im Privatleben aufweisen. Denn man denkt, dass diese Fähigkeiten (4) sind.

Daher stellt sich die Frage nach der Bezahlung für Tätigkeiten, die auf ähnliche Weise täglich (5) zu Hause gemacht werden. Männer profitieren dabei auf eine andere Art, denn ihnen bleibt eine höhere Lohnsumme erhalten.

Erfolgreich Frauen müssen darauf gefasst sein, dass sie von ihren männlichen Kollegen nicht unbedingt geschätzt werden, sondern sie ihnen sogar (6).

So kann man das (7) einer Studie zusammenfassen: Frauen, die auf der Karriereleiter hinaufsteigen, verlieren oft schnell die Lust weiter zu machen.

7 Punkte

Interaktiv üben mit KI

Für EPD-Abonnenten verfügbar

Abonnement