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I · Leseverstehen
5 Pkt

Kurzantworten

I. Leseverstehen — Text 6

Aufgabe: Fragen beantworten (maximal 4 Wörter)

Beantworten Sie folgende Fragen / vervollständigen Sie folgende Sätze mit maximal 4 Wörtern. Ein Beispiel (0) ist vorgegeben.


Interview: "Eine Essstörung hat nie nur einen Grund"

SZ: Frau Martinovic, Essen wird oft als Feind dargestellt. Woher kommt das?

Der Fokus auf Essen ist fast zu einer Ersatzreligion geworden. Essen, Aussehen und Gewicht sind Themen, die einen von grundsätzlichen, aktuellen Problemen ablenken können. Eine Pandemie liegt hinter uns und eine Klimakatastrophe steht bevor. Nicht wenige junge Menschen sehnen sich nach Kontrolle in unsicheren Zeiten. Gleichzeitig wollen viele dem – ich kann es nicht anders nennen – Wahnsinn an vorherrschenden Schönheitsidealen gerecht werden.

Haben Sie eine Idee, wie man sich davor schützen kann?

Indem man mit einer gesunden Portion Skepsis an die Thematik herangeht. Fast alle Jugendlichen wissen, dass Bilder in sozialen Medien verschönert und überarbeitet wurden. Dennoch haben viele junge Menschen den Anspruch, sie müssten diesem Ideal genügen. Und da ist es entscheidend, immer wieder kritisch zu hinterfragen und sich bewusst zu machen, dass eine Industrie dahinter steckt, die viel Geld damit verdient, dass Menschen mit ihren Körpern unzufrieden sind.

Wann wird der Wunsch, ein bisschen abnehmen zu wollen, krankhaft?

Es gibt Orientierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel den Body Mass Index (BMI). Da kann man sich fragen: "Bin ich im normalen Bereich oder bin ich drüber oder drunter?" Aber schwierig wird es, wenn man merkt, dass Gedanken rund um die Ernährung zum Lebensmittelpunkt werden, wenn das Glück davon abhängt, was einem die Waage anzeigt oder wenn man merkt, dass das normale Leben vernachlässigt wird, um sich um das eigene Geweicht zu kümmern.

Wie schätzen Sie den aktuellen Bedarf für Beratungen und Therapiemöglichkeiten ein?

Der Bedarf ist extrem hoch. Wir konnten beobachten, dass vor allem Jugendliche während der Pandemie eine Essstörung entwickelt haben. Die jungen Menschen waren viel zuhause, und natürlich war Essen eine Möglichkeit, um den Frust zu kanalisieren. Andere konnten nicht mehr zum Sport gehen und wollten ihr Gewicht über das Essen regulieren. Und das hat nicht bloß aufgehört, weil das Leben nach der Pandemie wieder weitergeht.

Auf welche Symptome können Eltern achten?

Letztendlich kann man darauf achten, wo sich das Essverhalten ändert. Sowohl wenn weniger gegessen als auch wenn mehr gegessen wird oder sich das Gewicht des Kindes ändert. Hat man das Gefühl, dem Kind geht es gut? Meidet es Kontakte? Oder ist das Kind einfach pubertär? Wichtig ist, in Kontakt zu bleiben und zum Beispiel zumindest eine Mahlzeit gemeinsam zu essen, um Dinge mitzubekommen.

Welche Gruppe ist am häufigsten betroffen?

Die Menschen, die bei uns Rat suchen, sind tatsächlich überwiegend weiblich. Ich bin mir aber sicher, dass es bei Jungen und Männern eine Dunkelziffer gibt. Leider hält sich immer noch die Annahme, dass Essstörungen reine Frauenkrankheiten seien. Bei Männern äußert sich die Erkrankung häufig nicht als Untergewicht. Sie trainieren, bauen Muskeln auf. Und wir haben mittlerweile auch viele Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, die unter dem gesellschaftlichen Druck stehen, schlank und jugendlich sein zu wollen.

Was können Sie Angehörigen und Betroffenen ans Herz legen?

Ich rate sowohl Angehörigen als auch Betroffenen, damit nicht alleine zu bleiben. Betroffene könnten anfangs schauen, wen sie in ihrem Umfeld einweihen mochten. Das können Eltern, Lehrer_innen oder Freund_innen sein. Wichtig bleibt: Man sollte raus aus der Heimlichkeit, Verbündete suchen und früher oder später professionelle Hilfe holen.

www.sueddeutsche.de


Frage 0: Welcher Faktor wird neben der Sehnsucht nach Kontrolle als mögliche Ursache für auffälliges Essverhalten bei Jugendlichen genannt?

Orientierung an vorherrschenden Schönheitsidealen

Frage 1: Nennen Sie ein mögliches Warnsignal, das zeigt, dass die Beschäftigung mit der Ernährung zu einer Obsession geworden ist.

Frage 2: Nennen Sie einen Grund, warum sich besonders junge Menschen während der Pandemie ein pathologisches Essverhalten angewöhnt haben.

Frage 3: Was sollten Eltern tun, die Veränderungen am Verhalten ihrer Kinder bemerken wollen?

Frage 4: Frauen mit Essstörungen wollen meist schlank sein. Männer hingegen...

Frage 5: Welche Wege gibt es, um Essstörungen zu überwinden? Man sollte...

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