Matrizen & Figurenreihen üben: Aufnahmetest Wien
Matrizen sind der figurale Aufgabentyp im kognitiven Teil des Informatik-Aufnahmetests. Du siehst ein Raster aus Figuren, meist 3x3, bei dem ein Feld fehlt. Deine Aufgabe: die Regel hinter dem Muster erkennen und die fehlende Figur bestimmen.
Wichtig und oft übersehen: In diesem Test gibt es zu den Matrizen keine Antwortmöglichkeiten. Du kreuzt nichts an. Du beschreibst die fehlende Figur selbst, Attribut für Attribut. Genau darauf bereitet dich generisches Ankreuz-Training im Raven- oder MedAT-Stil nicht vor, deshalb üben wir hier anders.
Matrizen mit echten Figuren kostenlos übenKein Ankreuzen: du konstruierst die Antwort
Die meisten Matrizen-Tests im Netz, etwa vom Typ Progressive Matrizen nach Raven oder aus MedAT-Vorbereitungen, geben dir sechs bis acht fertige Figuren zur Auswahl. Du musst nur die passende auswählen. Das ist eine andere, leichtere Aufgabe: Man kann Optionen ausschließen und teilweise raten.
Beim Informatik-Aufnahmetest in Wien fehlt diese Krücke. Du bekommst nur das Raster mit der Lücke und musst die fehlende Figur vollständig selbst angeben. Das heißt: Du musst die Regel wirklich verstanden haben, nicht nur eine plausible Option erkennen. Wer nur Ankreuz-Sets geübt hat, unterschätzt genau diesen Schritt.
Der Vorteil, wenn du es richtig übst: Sobald du das Muster attributweise zerlegen kannst, ist die Konstruktion der Antwort mechanisch und schnell. Genau das trainiert der kostenlose Trainer mit gerenderten Figuren.
Die Methode: das Muster in Attribute zerlegen
Eine Figur ist nie ein Ganzes, sondern ein Bündel unabhängiger Attribute. Behandle jedes Attribut getrennt und verfolge, wie es sich über die Zeilen und Spalten des Rasters verändert. Meist gilt für ein Attribut eine Regel pro Zeile und eine pro Spalte.
Diese fünf Attribute decken fast alle Aufgaben ab. Gehe sie in fester Reihenfolge durch, dann übersiehst du keines:
- Form: Kreis, Quadrat, Dreieck, Stern. Wechselt die Grundform pro Zeile oder pro Spalte?
- Anzahl: Wie viele Elemente sind im Feld? Nimmt die Zahl zu, ab oder bleibt sie konstant?
- Füllung oder Muster: leer, voll ausgefüllt, schraffiert, gepunktet. Oft ein Dreierzyklus.
- Drehung: Zeigt eine Ecke oder ein Pfeil in eine andere Richtung? Dreht sich die Figur um 45 oder 90 Grad?
- Position: Sitzt das Element oben, unten, links, rechts oder in der Mitte? Wandert es Feld für Feld?
Ein Beispiel in Worten durchgerechnet
Figuren lassen sich hier nicht zeichnen, deshalb beschreiben wir eine 3x3-Matrix in Worten. Stell dir das Raster mit Zeilen 1 bis 3 von oben und Spalten 1 bis 3 von links vor. Das Feld unten rechts (Zeile 3, Spalte 3) ist leer und gesucht.
Wende die Methode Attribut für Attribut an und lies jeweils die Regel aus einer vollständigen Zeile ab. Der Trainer zeigt genau solche Aufgaben mit echten, gerenderten Figuren.
3x3-Matrix. Zeile 1: ein Dreieck, zwei Dreiecke, drei Dreiecke, alle leer. Zeile 2: ein Quadrat, zwei Quadrate, drei Quadrate, alle schraffiert. Zeile 3: ein Kreis, zwei Kreise, dann das leere Feld. Gesucht: die fehlende Figur.
- Form: Jede Zeile hat eine eigene Grundform. Zeile 3 besteht aus Kreisen, also ist die gesuchte Figur ein Kreis.
- Anzahl: In jeder Zeile steigt die Anzahl von Spalte zu Spalte: 1, 2, 3. In Zeile 3 folgen auf 1 und 2 also 3 Elemente.
- Füllung oder Muster: Die Füllung ist pro Zeile konstant. Zeile 1 leer, Zeile 2 schraffiert. Der Dreierzyklus leer, schraffiert, voll ergibt für Zeile 3 die Füllung voll ausgefüllt.
- Drehung und Position: Kreise haben keine Ausrichtung, und die Elemente stehen nebeneinander in einer Reihe. Beide Attribute ändern nichts an der Antwort.
Antwort:Drei ausgefüllte Kreise nebeneinander.
Matrizentest und Figurenreihen: derselbe Kern
Manche nennen diesen Aufgabentyp Matrizentest, andere sprechen von Figurenreihen. Gemeint ist im Kern dasselbe: eine geordnete Folge von Figuren, in der eine Regel steckt, die du fortsetzen musst. Bei Figurenreihen läuft die Regel meist entlang einer Zeile, bei Matrizen zusätzlich entlang der Spalten.
Die Methode bleibt identisch: Attribute trennen, Regel je Richtung ablesen, fehlende Figur konstruieren. Wenn du das an gerenderten Wien-Aufgaben unter Zeitdruck übst, brauchst du im Test pro Aufgabe nur noch Sekunden für die Zerlegung.
Häufige Fragen
Kann ich beim Matrizen-Teil aus Antworten auswählen?
Nein. Im Informatik-Aufnahmetest in Wien gibt es zu den Matrizen keine vorgegebenen Antwortoptionen. Du beschreibst die fehlende Figur selbst, Attribut für Attribut. Deshalb bereiten dich reine Ankreuz-Aufgaben aus dem Netz nur teilweise vor.
Sind das dieselben Aufgaben wie die Raven-Matrizen?
Das Prinzip der Mustererkennung ist verwandt, das Format nicht. Raven-Matrizen und viele MedAT-Sets lassen dich eine von mehreren Figuren auswählen. Hier musst du die Lösung selbst konstruieren, ohne Auswahl. Das Muster-Denken kannst du daran üben, den letzten Schritt aber nur an Aufgaben ohne Optionen.
Wie erkenne ich das Muster am schnellsten?
Zerlege jede Figur in feste Attribute: Form, Anzahl, Füllung oder Muster, Drehung und Position. Verfolge jedes Attribut getrennt über Zeilen und Spalten. Fast immer folgt ein Attribut einer einfachen Regel je Richtung, etwa plus eins oder ein Dreierzyklus.
Heißt das jetzt Matrizen, Matrizentest oder Figurenreihen?
Alle drei Begriffe meinen denselben figuralen Aufgabentyp. Die offizielle Beschreibung spricht von Regeln in grafischem Material, also Matrizen. Für die Vorbereitung ist der Name egal, die Methode bleibt dieselbe.