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EPD Übungsprüfung Neues Format 2 (VWUPass)Aufgabe 1 — Richtig oder Falsch
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A · Leseverstehen
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Aufgabe 1 — Richtig oder Falsch

A. Leseverstehen — Aufgabe 1

Salat vom Hochhausdach — Wie Urban Farming die Städte verändert

Gemüse wächst längst nicht mehr nur auf dem Land. In immer mehr Großstädten werden Dächer, Hinterhöfe und sogar Fabrikhallen zu Anbauflächen — mit überraschenden Ergebnissen.

Wer an Landwirtschaft denkt, hat meist weite Felder vor Augen, nicht Betonschluchten und Hochhäuser. Doch genau dort findet eine stille Revolution statt. Urban Farming, also der Anbau von Nahrungsmitteln im städtischen Raum, gewinnt weltweit an Bedeutung. In Metropolen wie Singapur, New York und Berlin entstehen Projekte, die zeigen, dass Lebensmittelproduktion auch auf engstem Raum möglich ist.

„Die Stadt der Zukunft muss sich selbst ernähren können", sagt die Agrarwissenschaftlerin Prof. Dr. Katharina Wendt von der Humboldt-Universität Berlin. Sie erforscht seit über einem Jahrzehnt die Möglichkeiten urbaner Landwirtschaft und ist überzeugt, dass vertikale Farmen einen wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisten können. Bei vertikalen Farmen werden Pflanzen in übereinandergestapelten Regalsystemen unter künstlichem Licht angebaut — unabhängig von Jahreszeit und Wetter.

Laut einer aktuellen Erhebung des Bundesministeriums für Ernährung betreiben mittlerweile rund 15 Prozent der deutschen Großstädte mindestens ein kommunales Urban-Farming-Projekt. Die Zahl hat sich innerhalb von fünf Jahren verdreifacht. Besonders in ärmeren Stadtvierteln leisten Gemeinschaftsgärten einen wichtigen Beitrag: Sie verbessern nicht nur den Zugang zu frischem Obst und Gemüse, sondern stärken auch den sozialen Zusammenhalt im Quartier.

Allerdings ist Urban Farming kein Allheilmittel. Kritiker weisen darauf hin, dass die Energiekosten erheblich sein können. So benötigen vertikale Farmen etwa 60 Prozent mehr Strom als herkömmliche Gewächshäuser, vor allem wegen der künstlichen Beleuchtung. „Solange wir fossile Energiequellen nutzen, verschiebt Urban Farming das Umweltproblem lediglich", warnt der Umweltökonom Dr. Stefan Reimann von der ETH Zürich. Er plädiert dafür, vertikale Farmen ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu betreiben.

Trotz dieser Einwände wachsen die Investitionen in den Sektor rasant. Eine Langzeitstudie der Technischen Universität München kommt zu dem Ergebnis, dass urbane Landwirtschaft die Transportwege für Lebensmittel um durchschnittlich 70 Prozent verkürzen kann. Das spare nicht nur CO₂-Emissionen, sondern senke auch die Preise für Verbraucher, da Zwischenhändler entfielen.

Einen besonderen Ansatz verfolgt das Wiener Start-up „Stadtgrün", das seit 2021 ungenutzte Dachflächen von Supermärkten bepflanzt. Das dort geerntete Gemüse wird direkt im Geschäft darunter verkauft. Gründerin Maria Berger berichtet, dass die Kundschaft das Konzept begeistert annehme: „Die Menschen wollen wissen, woher ihr Essen kommt. Wenn der Salat vom eigenen Dach stammt, schafft das Vertrauen." Inzwischen bewirtschaftet das Unternehmen 23 Dachflächen in Wien und Graz und plant die Expansion nach Budapest.

sueddeutsche.de (gekürzt)

10 Punkte

(0) Beispiel: Urban Farming ist heute ausschließlich in armen Ländern verbreitet. → falsch (Beweissatz: „Wer an Landwirtschaft...")


Nr.Aussagerichtig / falschBeweissatz (erste 4 Wörter)
1Bei vertikalen Farmen werden Pflanzen unabhängig von Jahreszeit und Wetter unter künstlichem Licht angebaut.
2Laut der Erhebung des Bundesministeriums betreiben mehr als die Hälfte der deutschen Großstädte kommunale Urban-Farming-Projekte.
3Gemeinschaftsgärten in ärmeren Stadtvierteln verbessern nicht nur die Lebensmittelversorgung, sondern auch den sozialen Zusammenhalt.
4Vertikale Farmen verbrauchen weniger Strom als herkömmliche Gewächshäuser.
5Urbane Landwirtschaft kann laut einer Münchner Langzeitstudie die Transportwege für Lebensmittel erheblich verkürzen.

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