Ö1 als Quelle der Hörtexte
Die Hörtexte der EPD sind keine eigens für die Prüfung produzierten Studioaufnahmen. Sie kommen aus dem laufenden Programm von Ö1, dem Informations- und Kultursender des ORF. Das steht im Prüfungsmodell selbst, und es hat eine praktische Folge: Das Material, das der Prüfung am nächsten kommt, läuft jede Woche im Radio und ist frei zu hören.
Was im Prüfungsmodell steht
Das offizielle Modell, das ab Juni 2026 gilt, trägt unter allen drei Hörtexten den Vermerk „Quelle: Ö1“. Im Lösungsteil steht derselbe Vermerk unter allen drei Transkripten. Hörtext 1 ist ein Beitrag aus der Sendereihe Digital.Leben, und das Transkript nennt die Ö1-Journalistin, die ihn gestaltet hat.
Daraus folgt zweierlei: In der Prüfung hören Sie gesendetes österreichisches Radio, mit allem, was ein Radiobeitrag an Tempo, Färbung und Beiläufigkeit mitbringt. Und Sie wissen, woran Sie weiterüben können, wenn Ihnen die Aufgaben hier ausgehen.
Was Sie in diesem Trainer hören
Die Aufnahmen im Hörtraining von VWUPass sind von uns. Wir schreiben die Texte selbst und lassen sie von einer Sprachsynthese sprechen, gebaut nach der Form, die dieser Artikel beschreibt.
Es ist kein Ö1-Material. Keine Sendung des ORF, kein Ausschnitt aus einer Sendung, keine Lizenz vom ORF. Echtes Ö1 hören Sie nur beim ORF selbst, über die Links weiter unten.
Der Grund ist rechtlich: Eine Rundfunksendung darf ein kommerzieller Anbieter weder kopieren noch in seinen eigenen Player stellen. Verlinken darf er. Deshalb stehen hier eigene Aufnahmen mit Aufgaben und Lösungen und dort das Original zum Hören.
Wie ein Ö1-Feature gebaut ist
Ein Feature ist kein Interview. Niemand stellt eine Frage, auf die jemand antwortet. Eine Reporterin erzählt die Geschichte, und in ihre Erzählung sind Blöcke echter Rede geschnitten: O-Töne, in denen eine namentlich genannte Person am Stück spricht, ohne unterbrochen zu werden.
Die Maße dazu stammen aus zwei Quellen. Die drei Texte des Prüfungsmodells haben 498 bis 590 Wörter, ihre O-Ton-Blöcke sind 15 bis 223 Wörter lang, und die Stimme wechselt zwei- bis zehnmal pro Text. Sechs aktuelle Ö1-Beiträge, die wir am 4. September 2026 gemessen haben, laufen mit 122 bis 172 Wörtern pro Minute, im Mittel 144. Ein Prüfungstext dauert damit 3,5 bis 4 Minuten, und seine Sätze sind im Median 12 Wörter lang.
Fünf Eigenschaften unterscheiden ihn von dem Übungsmaterial, das Sie aus dem Sprachkurs kennen:
- Die O-Töne sind ungeprobt. Der Erzähltext ist geschrieben und wird abgelesen, der O-Ton nicht. Dort brechen Sätze ab, beginnen neu und tragen Füllwörter.
- Es klingt österreichisch. Die Beteiligten kommen aus Österreich, und der O-Ton ist regional gefärbt.
- Die Fakten hängen an echten Namen. Firmen, Vereine, Ämter, Gemeinden, Forschungsstellen. Genau danach fragt Aufgabe 2.
- Jede Zahl fällt genau einmal. Niemand kündigt sie an, niemand wiederholt sie. Was Sie im Moment nicht mitschreiben, ist weg.
- Fragen kommen kaum vor. In den sechs gemessenen Beiträgen standen null bis drei Fragezeichen.
Im Hörtext fällt eine Jahreszahl. Wann hören Sie sie ein zweites Mal?
Zwei Sendereihen, die zur Prüfung passen
Zwei Ö1-Formate haben den Zuschnitt der Prüfungstexte. Beide laufen im normalen Programm und stehen zusätzlich als Podcast im Netz.
| Sendereihe | Auf Ö1 | Länge | Nächste Prüfungsaufgabe |
|---|---|---|---|
| Digital.Leben | Montag bis Donnerstag, 17:55 | 4:30 bis 5:30 | Aufgabe 1, Single-Choice |
| Nachhaltig leben | jeden zweiten Freitag | genau 5:00 | Aufgabe 3, Notizen ergänzen |
Digital.Leben ist gebaut wie Hörtext 1: eine Reporterin, zwei oder drei benannte Fachleute, ein einziges Thema, viele Zahlen. Nachhaltig leben ist gebaut wie Hörtext 3: ein Projekt, ein Ort, eine Handvoll Beteiligter und immer eine technische Größe.
Für Aufgabe 2 lässt sich keine Sendereihe empfehlen. Kurzantworten brauchen acht herausschreibbare Fakten, und so dicht ist längst nicht jede Folge: Von den sechs gemessenen Beiträgen trug einer eine einzige Zahl, ein anderer vierzehn. Etwa jede dritte Folge ist zu dünn dafür. Der Anrisstext auf der Sendungsseite verrät es Ihnen vorab. Nennt er Institution, Ort und Größenordnung, lohnt die Folge.
Ein Thema fehlt bei Ö1 fast vollständig, und das ist der Sport. In einer Programmwoche, die wir durchgesehen haben, kam kein einziger Sportbeitrag vor. Wenn die Prüfung einen bringt, üben Sie ihn hier im Trainer.
Mit einer gefundenen Folge sollten Sie zügig arbeiten. Podcast-Folgen bleiben Monate abrufbar, der Digital.Leben-Feed reichte am 4. September 2026 bis Ende März zurück. Eine ganze Sendung, die Sie stattdessen in der Radiothek nachhören, verschwindet nach 30 Tagen.
Eine Übung für eine beliebige Folge
Die Drei-Phasen-Methode der Prüfung, also 90 Sekunden lesen, hören, 60 Sekunden kontrollieren, steht in Hörstrategien und gilt unverändert. Am echten Radio fehlen Ihnen jedoch zwei Dinge, die die Prüfung mitliefert: Aufgaben, die sagen, worauf zu achten ist, und ein Lösungsschlüssel. Diese Übung baut beides selbst.
- Eine Minute vorher. Lesen Sie den Anrisstext der Folge auf der ORF-Seite. Er nennt das Thema und meist die beteiligte Institution. Schreiben Sie drei Fragen auf, die der Beitrag beantworten müsste: eine nach einer Person, eine nach einem Ort, eine nach einer Menge. Dann schließen Sie die Seite.
- Erstes Hören, ohne Pause. Nicht anhalten, nicht zurückspulen. Notiert wird nur das Harte: Namen, Institutionen, Orte, Zahlen mit ihrer Einheit. Eine Zeile pro Eintrag, keine Sätze. Nach 4 Minuten stoppen Sie, denn so lang ist ein Prüfungstext. Der Rest der Folge ist Zugabe.
- Zweites Hören, auf die Stimmen. Machen Sie bei jedem Stimmwechsel einen Strich und schreiben Sie dahinter, wer spricht und wovon. Am Ende haben Sie das Gerüst des Beitrags vor sich: Erzählerin, O-Ton, Erzählerin. Genau dieses Gerüst verlangt Aufgabe 3, die Mitschrift.
- Danach, ohne Aufnahme. Bauen Sie aus Ihren Notizen die Prüfungsaufgabe, die Sie nicht bekommen haben: acht Fragen mit Antworten von höchstens 5 Wörtern, oder eine Mitschrift mit acht Lücken. Wer die Aufgabe stellen kann, hat den Beitrag verstanden.
Kontrolle ohne Lösungsschlüssel
Ö1 veröffentlicht keine Transkripte. Wir haben die Programmseiten, die Podcast-Seiten und die Feeds danach durchsucht und zu keiner Sendung eines gefunden. Nachschlagen können Sie also nichts, und die Kontrolle müssen Sie selbst führen. Drei Handgriffe reichen dafür.
Drittes Hören mit offenen Notizen. Gehen Sie jeden Eintrag durch und markieren Sie ihn: wiedergefunden, nicht wiedergefunden, falsch. Was Sie beim dritten Mal nicht wiederfinden, haben Sie erwartet und nicht gehört. Solche Einträge streichen Sie, statt sie zu verteidigen.
Zahlen ohne Bezug zählen nicht. Eine Zahl allein ist keine Antwort. Ein erfundenes Beispiel: „12 Kilometer“ trägt nichts, „12 Kilometer neue Leitung“ beantwortet eine Frage. Prüfen Sie jede notierte Zahl darauf, ob Einheit und Bezugsgröße danebenstehen.
Namen ausschreiben. Schreiben Sie jeden gehörten Namen vollständig auf. Geht das nach dem dritten Hören nicht, notieren Sie die Lautfolge so, wie Sie sie hören, und vergleichen Sie sie mit dem Anrisstext: Institutionen und Ortsnamen stehen dort meist ausgeschrieben.
Sie haben beim ersten Hören eine Zahl notiert, finden sie beim dritten Hören aber nicht wieder. Was folgt daraus?
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