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Kasusgebrauch

Auf den ersten Blick wirken die deutschen Kasus willkürlich: Warum steht nach „mit" der Dativ, nach „durch" aber der Akkusativ? Warum hilft man jemandem (Dativ), besucht aber jemanden (Akkusativ)? Willkürlich ist daran nichts: Jeder Kasus trägt eine eigene semantische Rolle. Nominativ = wer handelt. Akkusativ = wen oder was die Handlung trifft. Dativ = wem etwas zugedacht ist oder wo etwas geschieht. Genitiv = wessen. Auch Präpositionen folgen dieser Logik: „mit" beschreibt Begleitung → Dativ; „durch" beschreibt Durchquerung → Akkusativ.

In der EPD wird der Kasusgebrauch vor allem in Satzergänzungen und Satztransformationen geprüft, sowohl bei Präpositionen als auch bei Verben mit festem Kasus.

Übersicht

Die vier Kasus auf einen Blick. Prägen Sie sich die Fragewörter ein — sie sind in der Prüfung der schnellste Wegweiser:

KasusFrageFunktionBeispiel
NominativWer? / Was?SubjektDer Mann liest.
AkkusativWen? / Was?direktes ObjektIch sehe den Mann.
DativWem?indirektes ObjektIch helfe dem Mann.
GenitivWessen?Besitz / ZugehörigkeitDas Auto des Mannes.

Welcher Kasus steht nach dem Verb 'helfen'?

Wichtige Verben mit festem Kasus

Diese Verben regieren immer denselben Kasus, egal was die Intuition nahelegt:

Dativ: helfen, danken, gehören, gefallen, folgen, gratulieren, vertrauen, widersprechen

Akkusativ: sehen, hören, fragen, brauchen, kennen, finden, suchen, besuchen

Dativ + Akkusativ: geben, zeigen, erklären, empfehlen, schenken, schicken

Verben mit festen Präpositionen

Verb-Präpositions-Verbindungen gehören zu den wichtigsten Prüfungsthemen. Präposition und Kasus müssen als Einheit gelernt werden, denn aus der Bedeutung allein lässt sich der Kasus nicht ableiten. Die häufigsten Kombinationen:

Verb + PräpositionKasusBeispiel
warten aufAkkusativIch warte auf den Bus.
sich interessieren fürAkkusativEr interessiert sich für die Kunst.
sich freuen aufAkkusativWir freuen uns auf die Ferien.
sich freuen überAkkusativSie freut sich über das Geschenk.
Angst haben vorDativEr hat Angst vor der Prüfung.
teilnehmen anDativIch nehme am Kurs teil.
sich beschäftigen mitDativSie beschäftigt sich mit dem Thema.
abhängen vonDativEs hängt von der Situation ab.
Ich gebe ··· Freund ··· Buch. (mein, das)

Präpositionen mit festem Kasus

Kennt man diese Präpositionen, entfällt jedes Nachdenken: Sie verlangen immer denselben Kasus.

Akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um

  • Er geht durch den Park.
  • Das Geschenk ist für meine Mutter.
  • Ohne einen Ausweis kommt man nicht rein.

Dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber

  • Sie kommt aus der Türkei.
  • Ich fahre mit dem Bus.
  • Seit einem Jahr lerne ich Deutsch.

Genitiv: wegen, trotz, während, aufgrund, innerhalb, außerhalb

  • Wegen des Wetters bleiben wir zu Hause.
  • Trotz der Kälte gingen wir spazieren.
  • Während des Unterrichts darf man nicht telefonieren.

Wechselpräpositionen

Neun Präpositionen (in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen) stehen je nach Kontext mit Akkusativ oder Dativ. Dahinter steckt ein semantisches Prinzip: Wohin? → Akkusativ (Richtung, Bewegung). Wo? → Dativ (Ort, Ruhelage).

  • Ich gehe in die Küche. (Akkusativ, Wohin?)
  • Ich bin in der Küche. (Dativ, Wo?)
  • Er hängt das Bild an die Wand. (Akkusativ, Wohin?)
  • Das Bild hängt an der Wand. (Dativ, Wo?)

Stellen / legen / hängen (transitiv) → Akkusativ; stehen / liegen / hängen (intransitiv) → Dativ. Merken Sie sich diese Verbpaare, sie machen die Wahl sofort klar.

Welcher Satz verwendet den richtigen Kasus? 'Ich stelle das Buch...'

Trotz ··· Regens gingen wir spazieren. Wir fuhren mit ··· Bus.
Er wartet ··· ··· Bus. Sie interessiert sich ··· ··· Thema.

Welche Präposition verlangt den Genitiv?

Häufige Fehler

  • Ich gehe in der Schule. → ✓ Ich gehe in die Schule. Warum: „Gehen" bedeutet Bewegung (Wohin?) → Akkusativ. „In der Schule" hieße: Sie befinden sich bereits dort.

  • wegen dem Regen → ✓ wegen des Regens Warum: „Wegen" ist eine Genitivpräposition. In der Umgangssprache breitet sich der Dativ zwar aus, doch in der EPD-Schriftsprache ist der Genitiv Pflicht.

  • Ich lege das Buch auf dem Tisch. → ✓ Ich lege das Buch auf den Tisch. Warum: „Legen" drückt Richtung aus (Wechselpräposition) → Akkusativ. Nicht verwechseln mit „Das Buch liegt auf dem Tisch" (Ort → Dativ).

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