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Beurteilungskriterien der mündlichen EPD

Die mündliche EPD wird nach 4 Kriterien bewertet, und zwar in beiden Prüfungsteilen (Monolog und Dialog). Wenn Sie wissen, worauf die Prüfer achten, können Sie gezielt daran arbeiten.

Die vier Bewertungskategorien

1. Erfüllung der Aufgabe

Das wichtigste Kriterium. Der Prüfer fragt sich: Hat der Kandidat die Aufgabenstellung wirklich verstanden und beantwortet?

Was bedeutet das konkret?

  • Bei Teil 1 (Monolog): Haben Sie alle Leitfragen behandelt? Haben Sie eine klare Position eingenommen und diese begründet?
  • Bei Teil 2 (Dialog): Gehen Sie auf die Fragen des Prüfers ein, oder reden Sie aneinander vorbei?

Häufiger Fehler: Auswendig gelerntes Allgemeinwissen wiedergeben, ohne auf den konkreten Impuls einzugehen.

Tipp: Lesen Sie die Leitfragen sorgfältig. Nummerieren Sie sie in Ihren Notizen und haken Sie ab, was Sie behandelt haben.


2. Flüssigkeit und Aussprache

Der Prüfer beobachtet, wie natürlich und verständlich Sie sprechen. Perfekte Aussprache ist kein Ziel; verständliches Sprechen schon.

Was bedeutet das konkret?

  • Sprechen Sie in vollständigen Sätzen, oder brechen Sie ab?
  • Gibt es lange Pausen, in denen Sie suchen?
  • Können Sie Ihre Gedanken flüssig verbinden?

Was nicht gewertet wird: Akzent. Ein starker Akzent ist kein Fehler, solange man Sie versteht.

Tipp: Üben Sie laut sprechen, allein zu Hause, nicht nur mental. Flüssigkeit kommt durch Übung, nicht durch Lernen.


3. Wortschatz

Die Prüfer achten auf Vielfalt und thematische Angemessenheit, nicht auf Seltenheit.

Was bedeutet das konkret?

  • Verwenden Sie themenspezifische Ausdrücke? (z.B. beim Thema Umwelt: Treibhauseffekt, erneuerbare Energien, CO₂-Emissionen)
  • Benutzen Sie passende Redemittel für Meinungen, Vergleiche, Schlussfolgerungen?
  • Wiederholen Sie dasselbe Wort ständig, oder variieren Sie?

Häufiger Fehler: Nur einfache, alltägliche Wörter verwenden, weil man sicher ist. Das reicht für eine gute Bewertung nicht aus.

Tipp: Für jedes Thema 10 Schlüsselwörter und 5 Redemittel vorbereiten.


4. Korrektheit der Strukturen

Grammatikfehler werden bewertet, aber Menge ist nicht alles: Schwere zählt.

FehlerAuswirkung
Einzelne Fehler bei Artikeln, KasusKein Punktabzug
Falsche Verbkonjugation im NebensatzLeichter Abzug
Fehler, die das Verständnis erschwerenDeutlicher Abzug
Fehler, die den Sinn entstellenStarker Abzug

Was positiv auffällt: Komplexe Strukturen (Nebensätze, Konjunktiv II, Passiv), auch wenn manchmal fehlerhaft. Wer es versucht und dabei kleine Fehler macht, wird besser bewertet als jemand, der nur Hauptsätze produziert.

Tipp: Konjunktiv II lernen und einbauen: „Man könnte ... einführen." / „Es wäre sinnvoll, wenn ..."


Was nicht bewertet wird

  • Inhaltliche Korrektheit der Fakten — Sie dürfen falsche Zahlen nennen, solange der Gedankengang stimmt
  • Physische Aussprachequalität — Akzent ist kein Fehler
  • Originalität der Ideen — bekannte, gut strukturierte Argumente sind völlig ausreichend

Prüfungsablauf: Was Sie wissen müssen

PhaseDauerWas passiert
Vorbereitung20 MinutenSie wählen aus 2 Impulsen einen aus und bereiten sich vor
Teil 1: Monolog5 MinutenFreie Präsentation mit Leitfragen
Teil 2: Dialog5 MinutenSpontanes Gespräch mit dem Prüfer zu einem neuen Impuls
Gesamt10 MinutenPrüfung ohne Unterbrechung

Wichtig für Teil 2: Der Dialog-Impuls ist neu — nicht derselbe wie beim Monolog. Sie haben keine Vorbereitungszeit. Antworten Sie spontan und natürlich.


Checkliste für die Vorbereitung

Inhalt:

  • ☐ Alle Leitfragen behandelt?
  • ☐ Klare Position eingenommen?
  • ☐ Begründungen und Beispiele gegeben?
  • ☐ Maßnahmen / Lösungen vorgeschlagen?

Sprache:

  • ☐ Thematischen Wortschatz vorbereitet?
  • ☐ Redemittel für Meinung, Vergleich, Konsequenzen geübt?
  • ☐ Mindestens 2 komplexe Grammatikstrukturen eingebaut?
  • ☐ Schlussformel vorbereitet?

Vortrag:

  • ☐ Laut geübt (nicht nur gelesen)?
  • ☐ Blickkontakt gehalten (nicht auf Notizen geschaut)?
  • ☐ Übergänge zwischen Punkten klar?

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