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A · Leseverstehen
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Aufgabe 3 — Kurzantworten

A. Leseverstehen — Aufgabe 3

Wegwerfmode und ihre Folgen

Ein Kommentar von Elena Berger

Abschnitt 1:

Noch nie war Mode so billig wie heute — und noch nie wurde sie so schnell wieder weggeworfen. Das Geschäftsmodell der sogenannten Fast Fashion hat die Bekleidungsbranche in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Große Modeketten bringen mittlerweile nicht mehr vier, sondern bis zu 24 Kollektionen pro Jahr auf den Markt. Das Tempo, mit dem neue Trends entstehen und wieder verschwinden, ist rasant. Begünstigt wird dieser Kreislauf durch soziale Medien, die den Wunsch nach ständig neuen Outfits angeheizt haben. Influencer präsentieren täglich frische Looks, und viele junge Konsumenten fühlen sich unter Druck gesetzt, mitzuhalten. Die Folge: In Deutschland kauft eine durchschnittliche Person heute rund 60 Kleidungsstücke pro Jahr — doppelt so viele wie noch vor zwanzig Jahren. Gleichzeitig wird jedes fünfte Teil nie oder nur ein einziges Mal getragen, bevor es entsorgt wird. Die Wegwerfkultur hat längst auch die Kleiderschränke erreicht.

Abschnitt 2:

Die ökologischen Folgen dieser Überproduktion sind verheerend. Die Textilindustrie ist für rund zehn Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich — mehr als der internationale Flugverkehr und die Schifffahrt zusammen. Für die Herstellung eines einzigen T-Shirts werden etwa 2.700 Liter Wasser verbraucht. Hinzu kommen giftige Chemikalien, die beim Färben und Behandeln der Stoffe in Flüsse und Grundwasser gelangen. Doch nicht nur die Umwelt leidet: In vielen Produktionsländern werden Arbeiterinnen und Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet. Trotz zahlreicher Skandale in der Vergangenheit fehlt es in der Branche nach wie vor an Transparenz. Verbraucher erfahren selten, unter welchen Umständen ihre Kleidung tatsächlich hergestellt wurde.

Abschnitt 3:

Allerdings zeichnet sich ein Wandel ab. Der Markt für Second-Hand-Kleidung boomt: Online-Plattformen wie Vinted oder Momox Fashion verzeichnen seit Jahren steigende Nutzerzahlen. Besonders bei der jüngeren Generation wächst das Bewusstsein für die Problematik der Wegwerfmode. Immer mehr Menschen setzen auf Qualität statt Quantität und kaufen gezielt langlebige Kleidungsstücke. Auch die Politik reagiert: Die Europäische Union plant ab 2026 strengere Vorschriften für Textilhersteller, darunter ein Verbot der Vernichtung unverkaufter Ware. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Branche nachhaltig umzugestalten, bleibt jedoch abzuwarten. Fest steht: Ohne ein grundsätzliches Umdenken beim Konsumverhalten wird sich an der ökologischen Bilanz der Modeindustrie wenig ändern.

zeitonline.de (gekuerzt)


Kurzantworten zum Text „Wegwerfmode und ihre Folgen"

Beantworten Sie die folgenden Fragen zum Text mit maximal 4 Wörtern. Ein Beispiel (0) ist vorgegeben.


(0) Beispiel: Was hat die Bekleidungsbranche in den letzten 20 Jahren verändert?

Antwort: das Fast-Fashion-Geschäftsmodell


1. Wie viele Kollektionen bringen große Modeketten mittlerweile pro Jahr auf den Markt?


2. Wie viele Kleidungsstücke kauft eine durchschnittliche Person in Deutschland jährlich?


3. Für wie viel Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen ist die Textilindustrie verantwortlich?


4. Wie viel Wasser wird für die Herstellung eines T-Shirts verbraucht?


5. Ab wann plant die EU strengere Vorschriften für Textilhersteller?

5 Punkte

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