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Multiple Choice (a–c)
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I · Leseverstehen
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Multiple Choice (a–c)

I. Leseverstehen — Text 5

Aufgabe: Multiple-Choice (a, b oder c)

Lesen Sie den folgenden Text und entscheiden Sie, welche der drei Aussagen (a, b oder c) richtig ist. Ein Beispiel (0) ist vorgegeben.


Die Glücksformel

Über 80 Jahre haben Forschende der Uni Harvard untersucht, was Menschen glücklich macht. Die Ergebnisse bieten überraschende Einblicke und praktische Tipps.

Reichtum, Erfolg, Berühmtheit. Fragt man junge Erwachsene nach ihren Lebenszielen, kommen diese Antworten sehr häufig. Erstaunlicherweise ändert sich aber unsere Vorstellung davon, was uns glücklich macht, im Laufe unseres Erwachsenenlebens radikal. Im Jahr 1938 begann an der Universität Harvard in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts ein beispielloses Forschungsprojekt, um die Fundamente des menschlichen Wohlbefindens zu ergründen. Im nun erschienenen Buch "The Good Life" von Robert Waldinger und Marc Schulz werden die bisherigen Ergebnisse präsentiert.

Revolutionäres Design

In der sogenannten Harvard Study of Adult Development wurden die Leben von über 2000 Personen über 80 Jahre lang untersucht. Revolutionär am Studiendesign war für damals, dass die Untersuchung von Anfang an darauf fokussierte, was zum Wohlbefinden von Menschen beiträgt, nicht darauf, was sie krankmacht.

Zu erforschen, was Menschen glücklich macht, ist ein äußerst komplexes Unterfangen: Zunächst ist ein glückliches Leben nicht von einem singulären Faktor abhängig. Eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen müssen stimmen: sozioökonomische Situation, gesellschaftliche Anerkennung, Gesundheit und Beziehungen. Junge Menschen haben zwar oft konkrete Vorstellungen von Zutaten für ein gutes Leben, aber was sie im Rückblick tatsächlich glücklich gemacht haben wird, wissen sie noch nicht. In der Rückschau tendieren Menschen allerdings zu unvollständigen und bisweilen falschen Erinnerungen.

Einfache Glücksformel

Obwohl Menschen sehr unterschiedlich ticken und jeder von uns höchst individuelle Vorstellungen von einem glücklichen Leben hat, ist es überraschenderweise doch so, dass sich ein einziger Faktor bei der Harvard-Studie als eindeutig am wichtigsten herausstellt: gute Beziehungen. Damit sind nicht unbedingt nur Paarbeziehungen gemeint, sondern auch Familie, Freundschaften, Kolleginnen und Kollegen, Nachbarschaftsbeziehungen oder Zufallsbegegnungen.

Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu vielfach verbreiteten Vorstellungen, was ein glückliches Leben ausmacht: Beruflicher Erfolg, Wohlstand, ausreichend Bewegung oder gesunde Ernährung – all das ist zwar nicht unwichtig für das Wohlbefinden. Letztlich entscheidend sind aber gute Beziehungen, in denen man einander unterstützt, sich geschätzt und nicht ausgebeutet fühlt.

Falsche Vorstellungen

Auch Medien tragen das ihre dazu bei, falsche Vorstellungen von Glücklichsein zu nähren: Glück wird oft wie ein Preis betrachtet, den man durch Leistung oder Zufall gewinnen kann und dann für immer behält. Oder als ein finales Ziel, bis zu dessen Erreichung zahlreiche Hindernisse überwunden werden müssen. Wenn man einmal angekommen ist, versucht man tunlichst, dort bis zum Lebensende zu verharren. "Natürlich funktioniert das so nicht", sagt Waldinger.

Wie die Glücksforschung zeigt, sind diese Vorstellungen nicht nur nutzlos im Bestreben, glücklich zu werden. Sie führen uns sogar auf eine falsche Fährte, weswegen ihnen nachzuhängen uns womöglich gar unglücklich macht.

Sozialen Muskel trainieren

Für Waldinger ist die Fähigkeit, erfolgreiche Beziehungen zu führen, wie ein Muskel, der sich trainieren lässt: etwa indem man einem Fremden auf der Straße ein nettes Wort zuwirft, mit der alleinstehenden Nachbarin von nebenan in ein längeres Gespräch kommt oder mit jenen Menschen, die man oft als selbstverständlich erachtet, einen Ausflug unternimmt oder etwas anderes, das neuen Schwung in die Beziehung bringt.

Körper und Psyche

Bemerkenswert an der Harvard-Studie ist auch, dass deutlich wird, wie stark psychische und körperliche Faktoren verbunden sind: Isolierte Menschen, die kein ausreichendes soziales Umfeld haben, weisen signifikant höhere Stresshormone auf und schließlich auch schlechtere Blutwerte.

"Menschen, die stärker isoliert sind, als ihnen lieb ist, verlieren schneller ihre Gesundheit als Menschen, die sich mit anderen verbunden fühlen", stellen Waldinger und Schulz fest. Menschen, die erfolgreiche Beziehungen führen, in denen sie sich wohlfühlen und Wertschätzung erleben, führen dagegen nachweislich ein gesünderes und längeres Leben. Wie erfolgreich wir unser Sozialleben meistern, wird klarerweise auch vom äußeren Umfeld und frühesten Erfahrungen geprägt. Eine weitere hoffnungsvolle Erkenntnis der Studie ist aber auch, dass es nie zu spät ist, gute Beziehungen einzugehen und zu pflegen – und glücklicher zu werden. Die Vorstellung, dass unsere Entwicklung abgeschlossen ist, wenn wir einmal erwachsen sind, erweist sich in allen Studien zum Thema als falsch.

Der Standard


0.) [Beispiel] Das Buch "The Good Life" a) erschien in den Vereinigten Staaten schon im Jahr 1938. b) fasst die bisherigen Ergebnisse einer Studie zusammen. c) wurde von der Universität Harvard herausgegeben.

1. Was Menschen glücklich macht, a) hat sich im Laufe der Geschichte radikal verändert. b) kann sich während eines Lebens stark verändern. c) sind Wohlstand, Bekanntheit und eine großartige Karriere.

2. Die Harvard-Studie zum menschlichen Wohlbefinden a) basiert auf der Befragung von 2000 über 80-jährigen Menschen. b) ist ein einzigartiges Forschungsprojekt mit 2000 Befragten. c) ist eine 80 Jahre alte Untersuchung von 2000 Patienten.

3. Die Studie beschäftigt sich primär a) mit der Frage, was die Testpersonen glücklich macht. b) mit einem äußerst komplexen Studiendesign. c) mit verschiedenen Faktoren, die unser Leben positiv oder negativ beeinflussen.

4. Die Durchführung der Studie war schwierig, a) weil das menschliche Glücksempfinden von multiplen Faktoren abhängig ist. b) weil die sozioökonomische Situation der Teilnehmenden herausfordernd war. c) weil junge Menschen noch keine klar definierten Lebensziele haben.

5. Das wichtigste Ergebnis der Studie ist, a) dass die Beziehungen zu anderen das bedeutendste Glücks-Kriterium sind. b) dass die Dinge, die uns glücklich machen, individuell sehr verschieden sind. c) dass Menschen in Paarbeziehungen glücklicher sind als Singles.

6. Die Studie zeigt außerdem, dass Erfolg, Wohlstand und Gesundheitsbewusstsein a) für das Glücksempfinden von zentraler Bedeutung sind. b) nur einen Teil des Wohlbefindens ausmachen. c) nur im fortgeschrittenen Alter von Bedeutung sind.

7. Eine falsche Vorstellung vom Glück a) besteht im Irrglauben, dass man dieses kaufen kann. b) besteht darin, dass man dieses für unerreichbar hält. c) wird von den Medien in die Welt gesetzt.

8. R. Waldinger ist der Ansicht, dass a) der Aufbau von Muskeln die psychische Gesundheit fördert. b) Fremde, Nachbarn und nahestehende Personen einander unterstützen können. c) Menschen ihre Sozialkompetenz weiterentwickeln können und sollten.

9. Menschen leben länger und gesünder, a) wenn sie andere wertschätzen und nicht ausbeuten. b) wenn sie auf ihre Blutwerte und Stresshormone achten. c) wenn sie gute Beziehungen zu ihren Mitmenschen pflegen.

10. Ein Zusammenhang zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit a) kann bei unfreiwillig einsamen Menschen verstärkt beobachtet werden. b) konnte durch die Harvard-Studie nicht eindeutig belegt werden. c) zeigt sich häufig bei Menschen, die schon lange verheiratet sind.

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