Aufgabe 4 — Dauer: 30 Minuten — / 20 P.
Lesen Sie den Text „Gesünder durch Superfood?". Markieren Sie die richtige Lösung [a], [b] oder [c]. Achtung: Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung!
Wer sich eine Extraportion Gesundheit gönnen will, der streut zwei Teelöffel Blütenpollen ins Müsli, würzt den Salat mit Chia-Samen und mixt Spirulina-Algen in den Smoothie. Kurzum, er greift zu Superfood -- jenen Lebensmitteln, in denen besonders wertvolle Nährstoffe in besonders hoher Konzentration enthalten sind. Das gilt für exotische Gewächse wie Moringa (ein „Wunderbaum" aus Indien), Camu Camu (ein Gewächs aus Südamerika) und Matcha (eine Teesorte aus Japan) ebenso wie für traditionelle Zutaten aus Omas Küche: Hafer und Hirse, Rote Rüben, Leinsamen, Schwarze Johannisbeere. Eine genaue Definition darüber, was zur „Super-Nahrung" zählt, gibt es weder in der Wissenschaft noch im Lebensmittelrecht. Entsprechend inflationär wird das Prädikat gebraucht.
Der Hype um Superfood garantiert Unternehmen ein Milliarden-Geschäft. Für Produkte, die Wohlbefinden versprechen, sind Kunden bereit, viel Geld auszugeben. Superfood-Hersteller werben mit einem hohen Anteil an Vitaminen, hochwertigen Proteinen, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren, die neue Nervenzellen wachsen lassen. Außerdem soll Superfood im Körper zu entzündungshemmenden Stoffen abgebaut werden, ähnlich wie wasserlösliche Ballaststoffe, die von den Darmbakterien zersetzt und dabei in kurzkettige Fettsäuren aufgespaltet werden. Diese Säuren nähren bestimmte Immunzellen, sogenannte regulatorische T-Zellen, die dabei helfen, Autoimmunerkrankungen und Allergien und damit einhergehend Entzündungen und Bluthochdruck unter Kontrolle zu halten. Menschen mit Multipler Sklerose, deren zentrales Nervensystem chronisch entzündet ist, haben nachweislich wenig von diesen Säuren im Blut. Ist es möglich, eine solche Krankheit mit Hilfe von Superfood zu bekämpfen?
Die Internetseite der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein desillusioniert: „Für diese gesundheitsfördernden Eigenschaften fehlen weitgehend wissenschaftliche Nachweise. Die meisten Aussagen zu Superfoods stammen von gewerblichen Anbietern, einzelnen Beratern oder Interessensgruppen. Dabei überwiegen Anekdoten und Erfahrungsberichte [...] Ein gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich mit der Vielzahl heimischer Gemüse und Früchte ist [...] nicht zu erwarten." Stimmt aber zumindest der Grundgedanke, dass spezielle Inhaltsstoffe -- egal ob aus dem teuren Superfood oder dem heimischen Garten -- gezielt einsetzbar sind?
Es gibt entsprechende Studien: Fettsäuren im Trinkwasser machen hirnkranke Nagetiere wie beispielsweise Mäuse wieder fit. Und diese krebskranken Nager überleben länger, wenn ihnen Polyphenole verabreicht werden -- pflanzliche Farb- und Geschmacksstoffe, die direkt in den Vermehrungszyklus der Krebszellen eingreifen und ihn verlangsamen. Doch ob dieser Mechanismus auch beim Menschen wirkt, ist unklar. Denn die Darmbakterien bauen einen Großteil des Polyphenols ab. Außerdem müsste ein 70 Kilogramm schwerer Mensch am Tag beispielsweise 419 Orangen mit Schale verspeisen, um auf eine gleich hohe Dosis wie Nagetiere zu kommen. Was bei Tieren oder konzentriert im Reagenzglas wirkt, lässt sich nur selten eins zu eins auf den Menschen übertragen. Das gilt auch für die Vorstellung, Krebszellen auszuhungern, indem man konsequent auf Kohlenhydrate verzichtet.
Trotzdem tut eine gezielte Ernährung bei bestimmten Leiden gut. Ein Mehr an Ballaststoffen wie etwa aus Vollkornprodukten, Pilzen oder Hülsenfrüchten hält bei vorbelasteten Personen das Diabetes-Risiko gering. Ein Weniger an rotem Fleisch raten Experten Patienten mit rheumatischer Arthritis, einer chronischen Gelenksentzündung. Denn die im roten Fleisch enthaltenen gesättigten Fettsäuren stehen im Verdacht, in Darm jene Bakterien zu fördern, die Toxine produzieren und Entzündungen verschlimmern. Auf Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Tomaten, Spargel und Bier verzichten sollten Menschen mit bestimmten Stoffwechselerkrankungen, da diese Lebensmittel viel Purin enthalten. Beim Abbau von Purin entsteht Fettsäure, die sich im Körper ablagern kann, was zu starken Schmerzen führt. Auch Fruchtzucker sollte vermieden werden, da er das Ausscheiden von Harnsäure hemmt.
Wer gesund ist, sollte allerdings weniger auf Verzicht und bestimmte Produkte als vielmehr auf Abwechslung setzen. Statt für Superfood plädiert die Harvard Medical School für einen „super plate" -- einen Teller, auf dem Obst und Gemüse, Vollkorn und gesunde Proteine Platz finden.
Beispiel:
0. Unter „Superfood" versteht man
1. Die Bezeichnung „Supernahrung"
2. Superfood
3. Welche Aussage trifft die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein über Superfood?
4. Pflanzliche Nahrungszusätze
5. Warum lassen sich die Ergebnisse der Tierversuche nicht auf Menschen übertragen?
6. Fachleute sind sich einig, dass
7. Worauf sollten gesunde Menschen bei ihrer Ernährung achten?
8. Zusammenfassend kann man sagen:
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